Haltung von Streifenhörnchen

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Anschaffung von Streifenhörnchen

Wer ein Tier sucht, das man mit seinen Artgenossen vergesellschaften kann, ist beim Streifenhörnchen falsch! (Zumindest bei den normalen Streifenhörnchen, BAUMstreifenhörnchen benötigen sogar einen Partner.) Streifenhörnchen sind ansonsten strenge Einzelgänger! Eher kämpfen sie bis zu ihrem Tod um ihr Revier als mit einem Artgenossen zu kuscheln und ihn so problemlos in „sein Reich“ zu lassen. Immerhin ist er natürlich auch ein Futterdieb. Auch wer ein Kuscheltier sucht ist beim Streifenhörnchen wohl falsch. Denn die meisten Streifenhörnchen haben ihren eigenen Kopf, laufen überall herum und fressen vielleicht mal etwas aus der Hand‐ aber festgehalten und geknuddelt werden verstehen sie dann eher als etwas Gefährliches als etwas Zärtliches.

Wer damit kein Problem hat und auch genügend Zeit sowie Platz zur Verfügung hat dem sollte bei der Hörnchenhaltung nichts im Wege stehen. Die Kontakt von Streifenhörnchen zu anderen Tieren (Katzen, Kaninchen,…) ist recht umstritten. Er ist aber nicht unbedingt ratsam, da Streifenhörnchen ihr Revier in der Regel verteidigen, wodurch es zu Verletzungen auf beiden Seiten kommen kann.

Natürlich gibt es aber auch Einzelfälle, in denen die Haltung von Hörnchen und anderen Tieren problemlos funktioniert. Weiterhin sollte beachtet werden, das Streifenhörnchen meist Winterruhe halten, die jedoch von Tier zu Tier sehr unterschiedlich ausfällt. Manche Hörnchen kommen nur alle paar Tage einmal aus ihrem Versteck, um etwas zu trinken oder fressen. Andere gehen lediglich jeden Tag etwas zeitiger schlafen.

Pflege von Streifenhörnchen

Neben der täglichen Napf und Trinkflaschenreinigung und Befüllung gehört auch ein grobes Entfernen von frischen Kot dazu (zum Beispiel wenn der auf einem Sitzbrett hinterlassen wurde‐ für die Optik ja auch nicht schön) und eventuelles Entfernen von den tausenden Sonnenblumenschalen oder anderen Dreck lässt sich schnell und einfach in die Tat umsetzten. Bei Gelegenheit auch mal die Häuschen überprüfen, ob da auch nichts drinne ist, dass schimmeln kann oder anderes, dass dort nicht hingehört. Auch hinterlassene Obststückchen kann man aufsammeln. Eine Komplettreinigung (also mit neuem Einstreu und neuer Erde) ist nur alle 3–4 Wochen erforderlich‐ man sollte den Käfig aber schon so sauber halten, dass er nicht erst gereinigt wird, wenn er schon tierisch stinkt. Das ist für das Streifenhörnchen ja auch nicht gerade schön!

Gefahren für Streifenhörnchen

Für ein solch kleines Tier birgt unsere Welt ja viele Gefahren!

Erstmal, wo ein Streifenhörnchen NICHTS zu suchen hat: Im Badezimmer (Ertrinken in der Toilette!), in der Küche (Vergiftung durch Spül‐ und Putzmittel) und im Waschraum (versehentliches Einsperren in die Waschmaschine!-mit Todesfolge!) Wenn ein Streifenhörnchen Auslauf bekommt, dann also in einem abgesicherten Raum, wo es auch nicht ausbrechen kann! Aber auch dort treten unbedachte Gefahren auf‐ wie zum Beispiel:

* offenes Fenster (Einquetschen, oder Entkommen nach draußen)

* Stromkabel (beim Anknabbern: Stromschlag mit tödlicher Folge

* Pflanzen (so gut wie alle Kakteen, Palmen und viele Blumen wie Tulpe sind HOCHGIFTIG für Streifenhörnchen!)

* Medikamente, Kosmetikartikel (beim Fressen solcher Dinge auch schlimme Folgen; bei aggressiven Medikamenten vielleicht sogar der Tod!)

* Tüten (Erstickungsgefahr)

* Gießkannen, hohe Vasen (Ertrinken)

* Klebe (giftig beim Annagen)

* Sachen, die herunterfallen können (Gefahr, erschlagen zu werden)

* Mensch (aus Versehen auf das Streifenhörnchen drauf treten, das so flink war, dass man es erst zu spät gesehen hat oder sich auf das Streifenhörnchen setzen! → Zerquetschung!! Also: immer gucken wo man hingeht jeden Schritt des Hörnchens verfolgen!)

Besonderheiten von Streifenhörnchen

Streifenhörnchen können eigentlich ganz gut auf sich selbst aufpassen. Jedoch kommt es schon mal vor, dass sie aus einer größeren Höhe herabstürzen. Meist überstehen sie solche „Unfälle“ recht gut: Nach dem Aufprall laufen sie gleich weiter. Nur selten treten Knochenbrüche oder etwas dieser Art auf. Ein Streifenhörnchen kann natürlich krank werden oder Parasiten bekommen, aber bei guter Pflege tritt so etwas nicht oft auf. Es ist auch schon vorgekommen, dass Streifenhörnchen ganz viel Blausäure (aus Obstkernen) und Plastik zu sich genommen haben, danach jedoch keine Veränderung ihres Verhaltens gezeigt haben, es also so gut wie unbeschadet überstanden haben. Aber eine Sache kann dem Streifenhörnchen immer passieren: Das Abbrechen des Schwanzes! Der Schwanz sieht nämlich nur so dick aus, besteht aber nur aus Fell! Wie man sich ja denken kann, ist der Schwanz nur einnige Millimeter dünn, wie bei den Mäusen, mit denen das Streifenhörnchen ja verwandt ist. Hält man das Streifenhörnchen also am Schwanz fest, dann fällt dieser ab! Dies liegt daran, dass die Schwanzwirbelsäule nur ganz dünn und locker mit der Rückenwirbelsäule verwachsen ist. Wenn der Schwanz abgebrochen ist, bildet sich an der Bruchstelle ein kleiner Stummel, der bald trocknet und vom Hörnchen abgebissen wird. Aber für das Hörnchen hat dies schwerwiegende Folgen: Der Schwanz‐ und somit ein wichtiges Ruder‐ Steuer‐ und Lenkorgan beim Springen und Laufen fehlt! Also ist das Streifenhörnchen in seinem Bewegungen sehr beeinträchtigt!

Streifenhörnchen können Schmerzen besonders gut verbergen und werden nicht so schnell krank wie andere Haustiere da sie (noch) nicht so überzüchtet sind.

tierwikiAutor: Jäcko
zuletzt aktualisiert: 15. November 2009


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