Die Häutung der Schlange

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Während sich die Schlange unruhig durch ihr Terrarium bewegt und sich das Licht der Beleuchtung auf ihren schneeweißen Augen spiegelt, geraten viele Einsteiger der Terraristik in Panik, da sie vermuten ihrer Schlange würde etwas fehlen. Nach Absprache mit einem anderen Pfleger ist auch ihnen klar, dass sich die Schlange in der Häutungsphase befindet.

Doch was verbirgt sich hinter der «Häutung», die die Schlangen regelmäßig durchleben?

Warum häuten sich Schlangen?

Häutung bei Schlangen

Foto: sipa/​pixabay

Reptilien wachsen nicht durch Ausdehnung und Vergrößerung ihrer Haut und somit wächst ihre Haut nicht mit Zunahme des Körperumfangs, was zur Folge hat, dass die äußere Hautschicht mit dem Wachstum erneuert werden muss, da sie schlicht weg zu eng wird. Daraus folgt, dass die Abstände zwischen den einzelnen Häutungen im Leben einer Schlange nicht immer konstant sind.

Schlangen wachsen ihr ganzes Leben, jedoch legen die Tiere in den ersten Jahren verhältnismäßig viel Wachstum in Längenwachstum um und häuten sich somit relativ oft. Werden die Tiere jedoch älter, vergrößern sich auch die Abstände zwischen den Häutungen. So häuten sich Jungtiere meist ca. alle 4 Wochen, wogegen ältere Tiere teilweise einige Monate vergehen lassen, bis sie erneut ihr Natternhemd erneuern. Dies erkennt man bei Schlangen besonders deutlich, da sie ihre alte Haut im Normalfall nicht in kleinen Fetzen abstreift, sondern in einem Stück.

Die Häutung des Reptils, hat jedoch nicht immer ausschließlich was mit dem Wachstum zu tun. War die Schlange einige Zeit vorher erkrankt oder zogen Lebendfütterungen böse Verletzungen mit sich, so kann es vorkommen, dass sich das Tier schneller häutet als gewöhnlich.

So läuft die Häutung bei Schlangen ab

Im Laufe der Zeit bildet sich direkt unter der alten Schlangenhaut eine weitere, neue Haut. Die Schlange durchlebt während der Häutung mehrere Phasen.

Trübe Augen kurz vor der Häutung

Die eingetrübten Augen sind ein Zeichen, dass die Schlange sich bald häutet. Foto: Sponicha/​pixabay

Die erste Häutungsphase

Die Häutung beginnt meist mit einer Verblassung der Haut und die Schlange wirkt in dieser Zeit meist blasser als gewohnt. Zu dieser Zeit sollte der Pfleger bereits das Anbieten von Nahrung einstellen. Halbverdaute Beutetiere, die sich während der Häutung im Verdauungstrakt der Schlangen befinden, können zu einer Regurgitation (= Auswürgen von Beutetieren) führen. Das wäre in im Falle einer Häutungsphase besonders schlecht, da die Tiere in dieser Zeit besonders viel Flüssigkeit verbrauchen, hingegen eine Regurgitation der Schlange ebenfalls viel Flüssigkeit abverlangt. Diese Kombination kann zu einer Fetzenhäutung führen.

Die Trübungs- und Verblassungsphase fällt dem Pfleger meist an den anfänglich leicht getrübten Augen auf und kann bis zu über einer Woche dauern. Diese Trübung intensiviert sich innerhalb dieser Zeit und ist auf die fetthaltige Flüssigkeit zwischen den einzelnen Häutschichten zurückzuführen.

Die erste Phase der Häutung dauert bei Schlangen meist etwa eine Woche.

Die zweite Häutungsphase

Nun resorbiert der Körper der Schlange die Flüssigkeit und die Trübung nimmt wieder ab. Folglich sieht die Schlange wieder ganz «normal» aus. Dies bedeutet, dass sich das Tier nun unmittelbar vor der Häutung befindet. Durch diesen Flüssigkeitsentzug trocknet die alte Haut regelrecht aus und wird langsam fest.

Die dritte Häutungsphase

Häutung der Schlange

Foto: sipa/​pixabay

Anschließend beginnt die eigentliche Häutung. Die Schlange wird sichtbar unruhig und kriecht durch ihr Terrarium. Sie reibt dabei ihren Kopf an Einrichtungsgegenständen und es scheint, als wolle sie ihre Haut einfach abstreifen. Schließlich platzt die Haut am Kopf der Schlange auf und durch das Reiben an den Einrichtungsgegenständen schlüpft die Schlangen einfach aus ihrer alten Haut heraus.

Dabei rollt sich die alte Haut regelrecht auf und stülpt sich somit auf «links» Ist die alte Haut erstmal über den Kopf der Schlange abgestreift, wird der Rest des Körpers recht schnell mitgehäutet.

Die Schlangenhaut wird bei der Häutung länger

Durch das Reiben, Zerren und Ziehen an der alten Haut wird sie gedehnt und entspricht somit nicht mehr exakt der Länge der Schlange. Es gibt Pfleger, die an der alten Haut erkennen mögen, wie lang ihre Schlangen tatsächlich ist. Dies ist jedoch eher auf irrtümliche Formeln zur Berechnung dieser tatsächlichen Länge zurückzuführen und alles andere als exakt. Da die Intensität der Zerrung und Streckung der alten Haut variiert, kann man auch nicht exakt berechnen wie die tatsächliche Länge der Schlange wirklich ist.

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zuletzt aktualisiert: 20. November 2016


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