Kastration von Farbmäusen

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Obwohl Farbmäuse sehr klein sind und jede Operation riskant ist, müssen männliche Farbmäuse kastriert werden. Nur so ist es möglich, sie artgerecht zu halten. Hier findet ihr eine Zusammenfassung der Gründe, warum Farbmausböcke auf jeden Fall kastriert werden sollten.

Unkastrierte Farbmaus‐​Männchen beißen sich gegenseitig tot

In der freien Natur leben Mäuse in größeren Rudeln. Es gibt eine klare Rangordnung. Macht ein rangniederes Männchen nun einem ranghöheren Männchen die Position streitig, so kommt es unter Umständen zu heftigen Kämpfen. Diese enden normalerweise jedoch nicht tödlich, sondern damit, dass die unterlegene Maus abwandert und sich ein neues Revier sucht.

Kastration von Farbmäusen

Um friedlich im Rudel leben zu können, müssen männliche Farbmäuse kastriert werden. Foto: Kapa65 /​pixabay

Im Käfig ist das natürlich nicht möglich. Die unterlegene Maus kann nicht abwandern. Das heißt, die Rangordnungskämpfe (durchaus auch unter Wurfgeschwistern oder Vätern/​Söhnen) gehen so lange, bis der Unterlegene tot ist.

Die Kastration von Farbmäusen sollte möglichst früh stattfinden

Unter Umständen beginnen diese Rangordnungs‐ und Revierkämpfe schon bei jungen Böcken ab einem Alter von ca. 8 Wochen. Manchmal bleiben die Tiere auch länger friedlich. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem es kracht. Daher sollten Farbmausböcke so früh wie möglich kastriert werden, noch bevor die ersten heftigen Kämpfe beginnen. Idealerweise sollten sie ab einem Gewicht von ca. 30 g oder im Alter von 8 bis 10 Wochen kastriert werden.

Rangkämpfe unter Farbmäusen beginnen überraschend

Mancher Halter sagt: «Aber solange sie friedlich sind, muss ich sie doch nicht kastrieren lassen» – und erlebt dann eine böse Überraschung. Denn die tödlichen Kämpfe kommen meist recht überraschend und über Nacht. Abends noch friedlich gekuschelt, morgens ist einer tot. Selbst wenn die Mäuse ein ganzes Jahr lang friedlich geblieben sind – auf einmal geht es los. Und dann sind die Mäuse meist schon zu alt für eine Kastration und müssen ihr restliches Leben in Einzelhaltung verbringen. Ein artgerechtes Leben ist dann nicht mehr möglich.

Unkastrierte Farbmaus‐​Männchen können nicht vergesellschaftet werden

Hält man zwei unkastrierte Böckchen zusammen, die halbwegs friedlich sind, und einer der beiden stirbt z. B. an Altersschwäche oder einer Krankheit – dann steht man ebenfalls vor einem großen Problem, denn unkastrierte Farbmausböcke lassen sich keinesfalls mit ihnen unbekannten Böcken vergesellschaften. Der übriggebliebene Bock, falls er schon zu alt für eine Kastration ist, hat also ebenfalls ein restliches Leben als unglückliche Einzelmaus vor sich.

Kastrationen sind zwar teuer, aber notwendig

Häuft fällt das Argument: «Aber die Kastration ist doch so teuer». Ja, eine Kastration ist nicht billig – zwischen 20 und 70 Euro pro Maus muss man ansetzen. Die Kastration eines so kleinen Tieres ist nicht ganz einfach und natürlich besteht auch ein gewisses Risiko.

Kastration von Farbmäusen

Unkastrierte Farbmäuse müssen im Alter häufig einzeln gehalten werden. Foto: sandid /​pixabay

Erfahrungen zahlreicher Mäusehalter haben jedoch gezeigt, dass es eine Erfolgsquote von über 95 % gibt – während die Erfolgsquote friedlich zusammen gehaltener unkastrierter Böcke bei gerade mal ca. 5 % liegt. Das Leben des einem anvertrauten Tieres sollte einem die Kosten für die Kastration schon wert sein.

Denn wer seine Böcke nicht kastrieren lässt, der sitzt auf einer tickenden Zeitbombe, und die Konsequenzen daraus tragen leider die Tiere. Und am Ende kann es passieren, dass er für die Behandlung der zerbissenen Mäuse und die nötigen Einzelkäfige mehr Geld ausgeben muss, als wenn er die Tiere von vorn herein kastriert hätte.

Daher der dringende Appell: Bitte haltet keine unkastrierten Farbmausböcke! Wer einmal böse zerbissene Böckchen, z. B. in Tierheimen oder aus Großnotfällen gesehen hat, der wird seinen Tieren das nicht zumuten wollen.

tierwikiAutor: seven
zuletzt aktualisiert: 4. Dezember 2016


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