Ernährung von Farbmäusen

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Eine artgerechte und gesunde Ernährung ist die Grundlage für ein gesundes Mäuseleben. Was Farbmäuse fressen dürfen und was man ihnen nicht auftischen sollte, erklärt dieser Artikel.

Geeignetes Körnerfutter

Körnerfutter selbst gemischt

Wer Körnerfutter selbst mischen möchte, sollte darauf achten, dass sogenannte Kleinsämereien ungefähr 40–50% der Futtermischung ausmachen. Folgende Zutaten dürfen gern verwendet werden:

  • Amaranth
  • Blaumohn
  • Buchweizen
  • Dinkel
  • Erbsenflocken
  • Erdnüsse
    nur wenig, da sehr fetthaltig
  • Gerste
  • Grassamen
  • (grüner) Hafer
  • Haferflocken
  • Hanfsaat
  • Haselnüsse
    nur wenig, da sehr fetthaltig
  • Johannisbrot
  • Kanariensaat
  • Kardi
  • (Kolben)hirse
  • Kürbiskerne
    halbiert, ca. 1 pro Maus und Tag
  • Kräutersamen
  • Leinsamen
  • Macadamia
    nur wenig, da sehr fetthaltig
  • Mais
  • Negersaat
  • Paddyreis
  • Pecanüsse
    nur wenig, da sehr fetthaltig
  • Pinienkerne
    nur wenig, da sehr fetthaltig
  • Rapssamen
  • Roggen
  • Rosinen
    nur sehr wenig
  • Salatsamen
  • Sesam
  • Sonnenblumenkerne
    nur wenig, da sehr fetthaltig
  • Sorghum
  • Walnüsse
    nur wenig, da sehr fetthaltig
  • Weizen
  • Wildsämereien

Körnerfutter gekauft

Alternativ zum selbst gemischten Futter kann man auch Fertigfuttermischungen im Handel erwerben. Hier sollte man darauf achten, dass die Futtermischung wenig Fett und keinen Zucker enthält. Als geeignet haben sich z. B. JR Farm Mäuseschmaus oder JR Farm Wellness Food für Mäuse erwiesen. Hier empfiehlt es sich dennoch, zusätzlich Hirse und evtl. auch Hanfsaat unterzumischen. Auch das Mäusefutter von Multifit hat sich als geeignet herausgestellt – hier sollte man ebenfalls Hirse/​Hanfsaat untermischen.

Geeignetes Frischfutter

Alles in dieser Liste aufgeführte Frischfutter sollte roh gegeben werden (AUSNAHME: Kartoffel, diese bitte nur gekocht verfüttern!), außerdem natürlich gründlich gewaschen (bzw. im Zweifel lieber geschält) und entkernt.

Gemüse

  • Blattspinat
    nur geringe Mengen
  • Brokkoli
    nur geringe Mengen
  • Chicoree
    nur geringe Mengen
  • Eisbergsalat
  • Endiviensalat
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Gurke
    meist sehr beliebt: kann im Übermaß zu Durchfall führen
  • Kartoffel
    NUR gekocht, geschält
  • Kopfsalat
  • Kürbis
    kein Zierkürbis!
  • Mangold
  • Möhren
    schmecken am besten mit einem Schlückchen Olivenöl, außerdem werden so die Vitamine besser aufgenommen. Möhrengrün ist stark kalziumhaltig.
  • Pastinaken
  • Paprika
    ohne Strunk, nur in Maßen geben
  • Petersilie
  • Rote Bete
    nur geringe Mengen, Urinverfärbung möglich
  • Tomaten
    entkernt, ohne Grün; kann im Übermaß zu Durchfall führen
  • Topinambur
  • Zucchini
  • Zuckermais
    sehr beliebt, aber leider Dickmacher, daher nur in Maßen

Obst

Die meisten Obstsorten sind recht zuckerhaltig, weshalb Obst nicht so häufig gegeben werden sollte wie Gemüse. 2–3-mal pro Woche eine kleine Portion Obst ist durchaus ausreichend. Folgendes Obst kann verfüttert werden (natürlich gründlich gewaschen oder geschält):

  • Apfel
    ohne Kerne und Gehäuse
  • Banane
    nur geringe Mengen, da Dickmacher
  • Birne
    ohne Kerne und Gehäuse
  • Brombeere
    nur geringe Mengen, kann zu Durchfall führen
  • Erdbeere
    nur geringe Mengen, kann zu Durchfall führen
  • Himbeere
    nur geringe Mengen, kann zu Durchfall führen
  • Melone
    Wasser‐ oder Honigmelone, nur geringe Mengen, da sehr zuckerhaltig
  • Weintraube
    ohne Kerne

Steinobst wie Kirschen, Nektarinen, Mirabellen, Pflaumen, Pfirsiche enthalten sehr viel Zucker und können leicht zu Durchfall führen, v. a. in Verbindung mit der Aufnahme von Wasser. Die Steine enthalten giftige Blausäure. Diese Obstsorten sollten also, wenn überhaupt, nur in sehr geringer Menge und evtl. von Hand verfüttert werden.

Südfrüchte (z. B. Apfelsinen, Papaya, Mandarinen) enthalten zu viel Säure und können die Darmflora angreifen.

Exotische Früchte wie Papaya, Mango, Litschi, Kumquat, Granatapfel können zu massiven Verdauungsbeschwerden führen und sollten daher NICHT verfüttert werden.

Eiweißfutter

Farbmäuse benötigen ca. 2–3-mal pro Woche zusätzliches Eiweiß (sofern das nicht schon im Trockenfutter enthalten ist). Geeignet sind:

  • Mehlwürmer
  • Heimchen /​Grillen
  • Gammarus
    Bachflohkrebse, getrocknet
  • Hüttenkäse
  • Magerquark
    in geringen Mengen die Mäuse daran gewöhnen
  • Joghurt
    in geringen Mengen die Mäuse daran gewöhnen
  • hartgekochtes Ei
    Eigelb und Eiweiß
  • taurinfreies /​taurinarmes Katzentrockenfutter
    z. B. Brekkies oder Felix Crisp
  • selten und eher als Leckerli mal ein kleines Stückchen junger Gouda oder ein winziger Schluck Sahne

Leckerchen

Welcher begeisterte Farbmaushalter möchte seinen Lieblingen nicht ab und zu oder auch öfter ein paar Leckerchen gönnen, um sie so richtig zu verwöhnen? Leider sind nicht alle Dinge, die Mäusen schmecken würden, auch wirklich als Leckerchen geeignet, da sie entweder irgendwelche Zusatzstoffe enthalten oder Zucker/​Salz/​sonstige Gewürze, oder sie sind zu fettig.

Der gelegentlichen (!) Gabe folgender «Leckereien» in Maßen (!) steht aber nichts im Wege:

  • Backoblate
  • Erdnüsse
  • Sonnenblumenkerne
  • Haferflocken
  • junger Gouda
    wirklich nur ganz kleine Stückchen
  • Sahne
    als Eiweißversorgung, aber ebenfalls nur in sehr geringer Menge – kann sonst zu Durchfall führen – und auch nur selten, da ebenfalls Dickmacher
  • Nutri‐​Cal
    eine Vitamin‐​Paste, eigentlich für Hunde und Katzen (bitte die Variante ohne zusätzliches Taurin wählen), erhältlich beim Tierarzt.
    Die allermeisten Mäuse lieben Nutri‐​Cal und es ist daher hervorragend geeignet, um Medizin darunter zu mischen und den Mäusen so «unterzujubeln». Daher schadet es nicht, wenn die Mäuse Nutri‐​Cal schon kennen und ab und zu mal einen erbsgroßen Klecks davon als Leckerchen vom Finger schlecken dürfen. Gesunde, normalgewichtige Mäuse brauchen eigentlich kein Nutri‐​Cal, sie sollten daher höchstens einmal pro Woche eine Portion bekommen. Kranke, schwache und alte Mäuse dürfen gern öfter einen Klecks Nutri bekommen.

Päppeln

Zum Päppeln alter, kranker und schwacher Mäuse eignen sich im Prinzip alle unter dem Punkt Leckerchen aufgeführten Leckerbissen, v. a. Nutri‐​Cal. Außerdem kann man Haferflocken in Sahne anbieten. Von Royal Canin gibt es ein «Veterinary Diet»-Pulver, das man in heißem Wasser auflösen kann und nach Abkühlung den Brei in den Käfig stellen kann. Im Zooladen habe ich dieses Pulver noch nicht bekommen, sondern lediglich beim Tierarzt.

Nicht jede Maus mag es, aber einen Versuch kann es wert sein: Babybrei (möglichst gewürz‐ und salzarm, am besten daher Obstbrei).

Für Farbmäuse nicht geeignet bzw. sogar verboten

Viele Farbmaushalter möchten ihren Lieblingen gern etwas Gutes tun und sie so richtig verwöhnen. Sie meinen es also gut, wenn sie ihren Mäuschen vermeintliche Leckerbissen füttern, die aber in Wirklichkeit leider bestenfalls sehr ungesund und schlimmstenfalls sogar tödlich für die Tiere sein können.

Ein absolutes Tabu ist SCHOKOLADE. Schokolade enthält das für Farbmäuse hochgiftige Theobromin, das von den Tieren nicht abgebaut werden kann. Bekommen die Mäuse also regelmäßig Schokolade, werden sie schleichend vergiftet. Daher sollte auf die Gabe von Schokolade komplett verzichtet werden.

Dass sich solche Dinge wie CHIPS, KEKSE oder ESSENSRESTE MENSCHLICHER MAHLZEITEN aufgrund der Gewürze/​des Salzgehalts/​Fettgehalts/​Zuckers von allein verbieten, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Ebenfalls nicht geeignet ist KUHMILCH. Farbmäuse haben eine Lactoseintoleranz und verkraften nur sehr geringe Mengen von Lactose (z. B. in Magerquark/​Joghurt oder Sahne – letztere daher wirklich nur selten oder zur Untermischung verträglicher Medikamente verwenden).

Sehr beliebt bei vielen Haltern sind sogenannte NAGER‐​DROPS. Diese enthalten oft neben Zucker auch andere für Mäuse ungesunde Inhaltsstoffe und sollten daher ebenfalls vom Speiseplan gestrichen werden. Gesunde Alternativen, die von den Mäusen gern und dankbar angenommen werden, gibt es viele (siehe Leckerchen).

Auch KNABBERSTANGEN sind nur sehr bedingt zu empfehlen – wer einmal welche gekauft hat, braucht diese nicht wegzuwerfen, sondern kann sie den Mäuschen stundenweise als Abwechslung in den Käfig hängen. Auf Dauer sind aber diese Knabberstangen ebenfalls nicht geeignet, da sie ebenfalls Zucker/​Honig und andere Dickmacher enthalten. Als alleinige Ernährung sind Knabberstangen absolut unzureichend und ungesund!

Mancher Halter unterliegt leider immer noch dem Irrtum, dass HARTES BROT gut für den Zahnabrieb sei. Dies ist absolut falsch, denn wer einmal selbst hartes Brot zerkaut hat, wird schnell gemerkt haben, dass das Brot im Mund sofort aufweicht und daher dem Zahnabrieb keinesfalls dienlich ist. Schlimmstenfalls enthält dieses harte Brot krankmachende Schimmelsporen, bestenfalls ist es somit einfach ein überflüssiger Dickmacher, der darüber hinaus auch Salz und meist Konservierungsstoffe enthält.

Ungeeignetes Frischfutter

  • Agave
  • Aloe Vera
  • Anis
    enthält Estragol (potenziell krebserregend)
  • Aubergine roh
    enthält Solanin = giftig
  • Avocado
    Fruchtfleisch enthält Persin (u. U. tödlich)
  • Bärlauch
  • Blauregen
  • Bohnen
  • Buchsbaum
  • Buschwindröschen
  • Butterblume
  • Chili
    zu scharf
  • Christusdorn
  • Eberesche
    nur getrocknet verfüttern, rohe Früchte sind leicht giftig
  • Efeu
  • Eibe
  • Eicheln
  • Eisenhut
  • Esche
  • Essigbaum
  • Farn
  • Felsenbirne
  • Fingerhut
  • Flieder
  • Forsythie
  • Geranie
  • Ginster
  • Goldregen
  • Gundermann
  • Hahnenfuß
  • Holunder
  • Hyazinthe
  • Kartoffeln roh
  • Kartoffelpflanze
  • Kirschlorbeer
  • Knoblauch
  • Krokus
  • Kohl
    wirkt meist blähend und kann zu Durchfall führen
  • Lauch
  • Liguster
  • Liliengewächse
  • Lupine
  • Maiglöckchen
  • Mangold
    nur in geringen Mengen verfüttern, da nitrat‐ und oxalsäurehaltig
  • Mistel
  • Narzisse
  • Oleander
  • Primel
  • Quitte
    gerbsäurehaltig; die Samen sind giftig
  • Rhabarber
  • Rettich
  • Rittersporn
  • Rotbuche
    Früchte sind giftig
  • Sauerklee
  • Schlafmohn
  • Schneeglöckchen
  • Schierling
  • Schnittlauch
    zu scharf, blähend
  • Schöllkraut
  • Stechapfel
  • Stechpalme
  • Tollkirsche
  • Tulpe
  • Wacholder
  • Weihnachtsstern
  • Wolfsmilch
  • Yuccapalme
  • Zwiebel
    zu scharf, blähend
  • Zitrusfrüchte
    zu viel Säure

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird immer wieder ergänzt und überarbeitet!

Mineralstein/​Salzleckstein

Sowohl ein Mineralstein als auch ein Salzleckstein werden in Zoohandlungen gern empfohlen und von besorgten Mäusehaltern dann natürlich auch gekauft. Bei einer ausgewogenen Ernährung sind aber beide überflüssig bzw. gar schädlich, da es zu einer Überversorgung der Tiere mit den Inhaltsstoffen kommen kann, wenn diese z. B. aus Langeweile zu viel daran nagen. Dies kann z. B. zu Nierenversagen führen. Beide Steine haben also im Mäusekäfig nichts verloren.

tierwikiAutor: seven
zuletzt aktualisiert: 15. November 2009


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