Vergesellschaftung von Kaninchen

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Kaninchen brauchen Artgenossen, so viel ist klar. Doch wie geht man vor, wenn man einem einzelnen Kaninchen wieder zu Gesellschaft verhelfen möchte? Oft werden leider schon bei der Vergesellschaftung Fehler begangen, die einem friedlichem Zusammenleben lange im Wege stehen. Wie also läuft eine funktionierende Vergesellschaftung bei Kaninchen ab?

Wo sollte eine Vergesellschaftung von Kaninchen stattfinden?

Das erste Mal sollten sich die Tiere am besten in einem Raum aufeinander treffen, welchen keines der Tiere je betreten hat, damit es nicht zu Revierkämpfen kommt. Bei einem neutralen Raum starten beide Kaninchen mit den gleichen Bedingungen. Steht absolut kein neutraler Bereich zur Verfügung, sollte ein einfach zu reinigender Raum – beispielsweise das Badezimmer – gewählt und gründlich geputzt werden. Hierzu eignet sich besonders gut Essigwasser, welches Gerüche zuvor dort gewesener Tiere gut neutralisiert.

Bei der Größe der Fläche, auf der vergesellschaftet wird, gehen die Meinungen auseinander. Es sollte aber genug Platz vorhanden sein, dass sich die Tiere auch aus dem Weg gehen können. Als Faustregel gilt, dass das Vergesellschaftungsgehege die Mindest-​Gehegegröße (sprich: 2 Quadratmeter PRO Tier) nicht unterschreiten sollte.

Der Boden sollte unbedingt rutschsicher sein um Verletzungen zu vermeiden.

Wenn Versteckmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, sollten sie mehrere Ein-​/​Ausgänge haben, damit sich die Tiere nicht gegenseitig «in die Ecke drängen» können. Am besten eignen sich dafür während der Vergesellschaftung Pappkartons, da sie weich sind und sich die Tiere beim Jagen, Dagegen- und Durchrennen nicht verletzen können. Auch Rampen und mehrere Ebenen sind während der Vergesellschaftung eher schlecht, da sich auch hier die Tiere bei den zum Teil wilden Jagten verletzten könnten. Am Besten ist daher ein ebenerdiges Vergesellschaftungsgehege.

Eine friedliche Basis kann der Halter mit kleinen Portionen Futter schaffen, welches er im Gehege verteilt. Hier bitte nicht nur ein Futterstück pro Sorte bereitstellen, um das sich dann gestritten wird, sondern wirklich viele kleine Teile. Futter lenkt ab und mit etwas Glück fressen neue und alte Tiere recht schnell friedlich nebeneinander.

Wie läuft eine Kaninchen-​Vergesellschaftung ab?

Ist alles vorbereitet, können die Tiere in das Gehege gesetzt werden. Auf keinen Fall dürfen sie sich vorher sehen oder riechen! Das würde Aggressionen schüren, weil sie die Anwesenheit des/​der anderen mitbekommen, aber es zu keiner Klärung der Rangordnung kommt.

Jede Vergesellschaftung läuft anders ab. Manche gehen ganz ruhig von statten, bei anderen wird zur Klärung der Rangordnung gejagt und gerammelt, Fell fliegt durch die Gegend und es sieht für den Menschen richtig wild aus. Teilweise kommt es auch zu leichten Blessuren. Das ist aber alles noch im grünen Bereich und normal. Natürlich strapazieren die Kämpfe die Nerven eines Halters, der seinen Tieren eigentlich nur Gutes tun will sehr. Allerdings sollte der Halter hier wirklich den natürlichen Instinkten seiner Kaninchen vertrauen. Es gehört zu ihrem natürlichem Verhalten, die Rangordnung zu klären. Der Halter sollte die Kaninchen wirklich nur dann trennen, wenn es ernsthafte Verletzung gibt, bei denen Blut fließt. Ein früheres Eingreifen kann den Verlauf der Vergesellschaftung negativ beeinflussen.

Bitte die Tiere in den ersten Stunden nicht sich selbst überlassen! Zu Beginn sollten die Tiere gut beobachtet werden, damit der Halter im Ernstfall schnell eingreifen kann.

Wann ist eine Vergesellschaftung abgeschlossen?

Eine Vergesellschaftung kann Tage, aber auch Wochen dauern. Erst wenn die Tiere miteinander fressen, auch mal friedlich beieinander liegen und einen relativ harmonischen Eindruck machen – die Rangordnung also fürs Erste geklärt ist und die Kaninchen sich aneinander gewöhnt haben – ist die Vergesellschaftung abgeschlossen.

Nun können die Kaninchen in ihr richtiges Gehege. Dieses das sollte vorher aber gründlich mit Essigwasser gereinigt und die Einrichtung sollte etwas verändert werden, sodass es keines der Tiere es als Revier wiedererkennt.

Gelegentliche Kämpfe, die der Klärung der Rangordnung dienen, sind auch weiterhin normal. Dies hat nichts mit einer gescheiterten Vergesellschaftung zutun.

Autoren: Wibi & Momole
zuletzt aktualisiert: 18. September 2013


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