Transport von Kaninchen

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Unnötig sollten Kaninchen nicht transportiert werden. Das wäre zu viel Stress für die sensiblen Tiere. Aber manchmal ist leider ein Tierarztbesuch nötig oder sie sollen umziehen. Um einen nötigen Transport möglichst angenehm für die Tiere zu gestalten, sollte der Kaninchenhalter Einiges beachten.

Zitroneneistee - Kaninchen transportieren

Eine gute Transportbox für Kaninchen bietet ihnen Schutz und ausreichend Platz. (Bild: zitroneneistee)

Die richtige Transportbox für Kaninchen

Die richtige Transportbox für Kaninchen sollte für 2 Tiere mindestens 30 x 30 cm Grundfläche aufweisen. Etwas größer ist natürlich immer besser. Nur zu groß sollte sie natürlich nicht sein, da sonst bei Bremsmanövern eine zu große Verletzungsgefahr besteht. In einer großen Hundetransportbox haben die Tiere beispielsweise zu viel Platz. Bremst das Auto abrupt, werden die Kaninchen aufgrund der Schwerkraft nach vorm befördert und können im schlimmsten Fall durch einen langen Weg bis zur vorderen Wand der Transportbox mit großer Wucht gegen die Wand geschleudert werden. Für größere Gruppen sollten daher lieber mehrere Boxen gewählt werden anstatt einer sehr großen.

Die Transportbox für Kaninchen sollte nicht allzu offen sein. Ein kleiner Gitterkäfig hat zwar vielleicht die richtige Größe, darin fühlt sich das Fluchttier Kaninchen allerdings wie auf dem Präsentierteller und kann sich nicht verstecken. Dies stresst die Tiere nur unnötig mehr. Erst recht, wenn im Wartezimmer des Tierarztes beispielsweise ein Hund wartet. Daher sollten besser relativ geschlossene Transportboxen gewählt werden, wie es sie beispielsweise für Katzen gibt. Es ist aber darauf zu achten, dass genug Luft in die Box kommt.

Was gehört in eine Transportbox für Kaninchen?

Der Untergrund der Transportbox sollte rutschfest sein. Handtücher oder dicke Stoffe sind sinnvoll, allerdings sollte sich der Halter darauf gefasst machen, dass Kaninchen ihre Blasé entleeren und auch die Stoffe «zerbuddeln» und annagen könnten. Deswegen empfiehlt es sich, nicht die allerbesten Seidenstoffe zu wählen, sondern eher alte Handtücher oder aussortierte Bettwäsche und Fleecedecken. Die Stoffe sollten nach jedem Transport ausgetauscht und gewaschen werden.

Weiches Heu oder Stroh ist gut geeignet, um es den Kaninchen gemütlicher zu machen. Zusätzlich dient beides auch als Beschäftigung.

Zusätzlich sollten die Kaninchen auch während eines Transportes mit Frischfutter versorgt werden. Dies dient auch der Flüssigkeitszufuhr. Ein Wassernapf sollte sich während der Fahrt nicht in der Transportbox befinden. Durch die Bewegung schwabt sehr viel Wasser aus dem Napf und die ganze Transportbox inklusive der der Tiere werden nasse. Zusätzlich stellt der Napf bei Bremsmanövern eine Gefahr da und kann die Tiere schwer verletzen, wenn er durch die Box fliegt. Aus gleichem Grund sollten keine Häuser in die Transportbox gestellt werden.

Kaninchen an die Transportbox gewöhnen

Um die Tiere daran zu gewöhnen, dass das Auftauchen der Transportbox nicht gleich Transportstress und einen anstehenden Tierarztbesuch bedeutet, kann der Halter die Box(en) ins Gehege stellen – dauerhaft oder einfach immer wieder. Sie kann dort beispielsweise als geschützter Rückzugsort dienen.

Idealerweise verbinden Kaninchen die Transportbox mit Leckerchen, dann hüpfen sie oft freudig von alleine rein. Lernfreudige Kaninchen können den Gang in die Transportbox sogar wie einen kleinen Trick lernen – natürlich mit entsprechender Belohnung. Die Abfahrt sollte so geplant werden, dass das Einsteigen in die Box zu einer Zeit stattfindet, zu der die Kaninchen gewöhnlich Hunger haben und viel fressen. Denn dann lassen sie sich besonders leicht in die Transportbox locken. Dazu sollte allerdings das Futter nur in der Box und kein weiteres im Gehege angeboten werden.

Kaninchen allein transportieren oder mit Partnertier?

Jeder Transport ist Stress für Kaninchen, denn sie entspannen durch Gewohntes. Deswegen sollte auf jeden Fall das Partnertier dabei sein! Bei drei Tieren müssen dann entsprechend alle Kaninchen mitkommen, denn allein zuhause bleiben bedeutet auch Stress. Bei größeren Kaninchengruppen ab 4 Tieren reicht es aber, nur ein Begleit‐​Kaninchen zusammen mit dem kranken Tier zu transportieren. Am besten dafür geeignet ist das Tier, das sich am besten mit dem kranken versteht oder aber das ruhigste der Gruppe. Bei einem Umzug sollten logischerweise alle Tiere mitgenommen werden. Die Gruppe sollte so aufgeteilt werden, dass immer mindestens 2 Tiere, die sich gut verstehen, zusammen in einer Box sitzen.

Längere Fahrten mit Kaninchen

Bei einem Umzug sollten – wie bereits erwähnt – die Kaninchen so aufgeteilt werden, dass immer mindestens zwei Tiere zusammen in einer Box transportiert werden. Idealerweise ziehen Kaninchen als letztes um. Sie reagieren sehr empfindlich auf Lärm (Bohrmaschine etc.) und Trubel rund um ihr Gehege. Daher sollte das Zimmer mit Gehege idealerweise bereits eingerichtet sein, bevor die Kaninchen einziehen. Sind sie angekommen und in ihrem Gehege, dann die Tür zum Zimmer geschlossen werden, sodass die Kaninchen möglichst wenig vom Trubel im Rest der Wohnung mitbekommen.

Bei längeren Fahrten über einer Stunde Fahrtzeit sollten Pausen eingeplant werden, um die Tiere zu kontrollieren und für Flüssigkeitszufuhr zu sorgen, indem der Halter den Tieren einen Wassernapf anbietet (keine Näpfe während der Fahrt anbieten, siehe «Was gehört in eine Transportbox für Kaninchen?») oder für Nachschub an Frischfutter sorgt. Allerdings sollte man diese nicht zu sehr in die Länge ziehen. Je eher die Tiere am Zielort im neuen Gehege ankommen, desto kürzer ist der Stress, dem sie durch den Transport ausgesetzt sind.

Die Transportbox richtig sichern

Zitroneneistee - Box angeschnallt

Die Transportbox muss im Auto gesichert werden, beispielsweise mit einem Gurt. (Bild: zitroneneistee)

Wichtig ist auch die Ladungssicherung, damit die Transportbox nicht während der Fahrt verrutscht oder im schlimmsten Fall nach vor geschleudert wird. Ist der Kofferraum beispielsweise in einem Kombi mit dem Fahrzeuginnenraum verbunden, so können die Tiere im Kofferraum transportiert werden. Dazu stellt man so direkt hinter die Sitzrückbank und sichert sie zusätzlich an der Seite gegen Verrutschen. Bei einem Bremsmanöver verhindert die Rückbank dann, dass die Box nach vorn geschleudert wird.

Hat das Auto nur einen kleinen Kofferraum, der nicht mit dem Fahrzeuginneren verbunden ist, so sollten die Kaninchen auf der Rückbank transportiert werden. Um ein Verrutschen zu verhindern, sollte die Box mit den Anschnallgurten gesichert werden.

Weitere Hinweise

Während der Fahrt sollten die Tiere nicht in der Zugluft stehen, damit sie sich nicht erkälten. Dennoch sollte genug Luft in die Box kommen, damit die Luft darin nicht zu stickig wird.

Wenn es kalt ist, sollte sich viel Heu oder Stroh in der Transportbox befinden. Die Kaninchen wärmende Box mit ihrer Körperwärme auf und das Heu bzw. Stroh isoliert dann, sodass die Wärme in der Box bleibt. Bei großer Hitze können Kühlakkus von außen an die Box geklebt werden. Wichtig ist, dass diese sich bei der Fahrt nicht lösen können und so die Fahrzeuginsassen gefährden. Alternativ können auch feuchte Handtücher über die Box gelegt werden. Die Verdunstungskälte kühlt die umgebende Luft und damit auch das Transportboxinnere.

Je nach Anzahl und Gewicht der Tiere, kann die Transportbox mit den Kaninchen darin sehr schwer sein. Dann ist es sinnvoll, sie zu zweit zu tragen.

Autor: MeyMey
zuletzt aktualisiert: 3. Juli 2016


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