Australian Terrier

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Geschichte

Im 18./19. Jahrhundert wanderten englische und schottische Siedler nach Australien aus und brachten dabei ihre Hunde mit. Darunter waren viele Terrier, so auch ein rauhaariger Typ in rot mit schwarzer Decke. Dieser Terrier zusammen mit Yorkshire, Scotch, Norwich, Cairn und vermutlich noch andere Terriern gründeten den Australian Terrier in blue and tan. Die roten Aussies entstanden vermutlich durch Einkreuzung von roten Terriern wie den Irish, Norwich und Cairn Terriern. Bei diesen Hunden achtete man vorerst nicht auf das Aussehen, sondern auf Nützlichkeit und Widerstandsfähigkeit. Sie waren treue Wächter von Haus und Hof und meldeten mit ihrer relativ dunklen Stimme jeden Besucher schon von Weitem an. Sie wurden in Gruppen zum Schaftreiben eingesetzt, wobei sie den Schafen von Rücken zu Rücken sprangen, um schnell auf die andere Seite der Herde zu gelangen und sie erwiesen sich mit ihrer ausgeprägten Halskrause als geschickte Schlangenjäger.

Bald entwickelten sich zwei Zuchtlinien, einmal die rauhhaarigen, robusten Australian Terrier und Hunde mit längerem und weicheren Fell, die Australian Silky Terrier.

1933 wurden die Australian Terrier vom englischen Kennelclub als Rasse anerkannt und in Deutschland seit 1968 gezüchtet.

Kurze Beschreibung

Niederläufiger Terrier:

  • ca. 25 cm Schulterhöhe
  • ungefähr 6,5kg Gewicht

Farbe blue and tan oder rot, raues, glattes Fell mit ausgeprägter Halskrause und so genanntem Top Knot (struppiger Haarschopf)

Wesen:

  • robust
  • lebhaft
  • kinderlieb
  • arbeitseifrig
  • wachsam ohne ein Kläffer zu sein

Eher terrieruntypisch:

  • seine Verträglichkeit mit Hunden und anderen Tieren
  • Reviertreue

Der Australian Terrier ist ein robuster, lebhafter Hund, der durch seine Verträglichkeit mit anderen Hunden und Tieren und auch durch seine Reviertreue eigentlich kein typischer Vertreter der Terrier ist. Sehr anhänglich möchte er den ganzen Tag mit seiner Familie oder Bezugsperson zusammen sein, ist aber kein Schoßhund sondern ein «richtiger» Hund im Kleinformat. Trotz kurzer Beinchen kann er erstaunlich hoch springen und auch sehr gut klettern. Er ist sehr wachsam, aber kein Kläffer.

Sein Fell ist pflegeleicht: durch regelmäßiges Kämmen und ab und zu abzupfen der überstehenden Haare benötigt er kein aufwendiges Scheren und Zurechtmachen. Beim Futter sollte man aber nicht sparen, da er sehr aktiv ist und deshalb ein hochwertiges Produkt braucht.

Da der Australian Terrier in Deutschland kaum bekannt ist, ist er ein gesunder, robuster und natürlicher Typ geblieben.

Rassestandard

FCI (Fédération Cynologique Internationale) Standart Nr.8/12.03.1998 D

Ursprung: Australien

Publikation des gültigen Originalstandards: 14.03.1995

Klassifikation FCI: Gruppe 3 Terrier ; Sektion 2 Niederläufiger Terrier ; ohne Arbeitsprüfung

Allgemeines Erscheinungsbild: Ein kräftiger, niedrigstehender Hund, ziemlich lang im Verhältnis zu seiner Schulterhöhe, mit ausgeprägtem Terriercharakter, aufgeweckt, aktiv, gesund und leistungsfähig. Sein ungetrimmtes, harsches Haarkleid mit deutlicher Krause rund um den Hals, die sich bis zum Brustbein ausdehnt und sein langer, kräftiger Kopf unterstreichen sein kühnes, robustes Erscheinungsbild.

Verhalten/​Charakter (Wesen): Der australische Terrier ist ursprünglich ein Arbeitsterrier, aufgrund seiner Treue und seines ausgeglichenen Wesens eignet er sich jedoch gleichermaßen zum Begleithund.

Kopf: Er ist von einem weichen Haarschopf bedeckt.
Schädel: Lang, flach, von mäßiger Breite, zwischen den Augen gut ausgefüllt.
Stop: Leicht, jedoch deutlich.
Nasenschwamm: Schwarz und von gemäßigter Größe, wobei sich das Leder bis auf den Nasenrücken erstreckt.
Fang: Stark, kraftvoll und von gleicher Länge wie der Oberkopf. Der Fang muss kräftig sein und darf unter den Augen nicht abfallen. Sowohl die Länge als auch die Stärke des Fangs sind die grundlegenden Voraussetzungen für die Fähigkeit des Kiefers, kraftvoll zupacken zu können.

Lefzen: Glatt und straff anliegend, Ränder schwarz.
Kiefer/​Zähne: Die Kiefer sind stark und fähig zuzupacken; die Zähne sind groß und regelmäßig angeordnet; die oberen Schneidezähne greifen ohne Zwischenräume über die unteren (Scherengebiss).

Augen: Die Augen sollen klein und oval sein mit durchdringendem Ausdruck, von dunkelbrauner Farbe, weit voneinander eingesetzt und nicht vorstehend.

Ohren: Die Ohren sind klein, aufrecht und spitz und werden gut getragen; sie sind mäßig weit auseinander angesetzt, frei von langem Haar und sensibel und beweglich in ihrem Gebrauch. (Welpen im Alter unter 6 Monaten sind hiervon ausgenommen)

Hals: Der Hals ist von guter Länge, leicht gebogen, stark und zeigt einen harmonischen Übergang zu den gut gelagerten Schultern.

Körper: Lang im Verhältnis zur Schulterhöhe, kräftig gebaut. Bei der Beurteilung des Körpers muss dem am Anfang beschriebenen Merkmal » Ein kräftiger, niedrigstehender Hund, ziemlich lang im Verhältnis zu seiner Schulterhöhe » besonders Beobachtung geschenkt werden.

Rücken: Rückenlinie eben.

Lende: Kräftig.

Brust: Brustkorb von mäßiger Tiefe und Breite, mit gut gebogenen Rippen. Die Vorderbrust ist gut entwickelt, die Brustbeingegend ist verhältnismäßig tief.

Flanken: Tief.

Rute: Kupiert, hoch angesetzt und gut, jedoch nicht über den Rücken gezogen getragen. (Pers. Anm.: Kupierverbot seit 1998 in Deutschland.)

Gliedmaßen:
Vorderhand: Die Vorderläufe sind starkknochig, gerade und von vorn gesehen, parallel. Die Läufe sind bis hinunter zum Vordermittelfuß leicht befedert.
Vordermittelfuß: Kräftig, er steht keinesfalls schräg.
Hinterhand: Von mäßiger Länge, breit. Von hinten gesehen sollen die Läufe von den Sprunggelenken bis zu den Pfoten parallel sein und weder zu weit auseinander stehen, noch zu dicht beieinander stehen.
Oberschenkel: Stark und muskulös.
Kniegelenke: Gut gebogen.
Sprunggelenke: Gut gewinkelt und tief stehend.

Pfoten: Klein, rund und kompakt, mit guten Ballen. Zehen eng nebeneinander, mäßig gebogen, weder nach innen noch nach außen gedreht, mit kräftigen schwarzen oder dunklen Krallen.

Gangwerk: Die Bewegung soll frei, geradlinig, federnd und energisch sein. Von vorn gesehen sollten sich die Vorderläufe geradlinig bewegen, wobei weder die Schulter noch die Ellenbogen oder die Vorderfußwurzeln lose sein sollen. Die Hinterhand muss Schub und Krafft zeigen bei freier Bewegung von Knie‐ und Sprunggelenken. Von hinten gesehen müssen die Läufe von den Sprunggelenken bis zum Boden paralell sein und weder zu eng noch zu breit laufen.

Haarkleid:
Haar: Das Körperhaar besteht aus harschem, glattem, dichtem Deckhaar von annähernd 6cm Länge und kurzer Unterwolle von weicher Textur. Der Fang, der untere Teil der Läufe und die Pfoten sollen frei von jeglichem langen Haar sein.

Farbe:
a) blau, stahlblau oder dunkelgraublau mit sattem Loh (nicht Sandfarben) am Vorgesicht und an den Ohren, unter dem Körper und rundum den After (Welpen sind davon ausgenommen). Je intensiver und klarer abgegrenzt die Farbe ist, desto besser. Dunkle Schattierung ist ein Mangel. Der Schopf ist blau, silbern oder hat die Farbe des Kopfhaars in hellerer Schattierung.
b) Klar sandfarben oder rot, wobei jegliche unsaubere oder dunkle Schattierung ein Mangel sind, jedoch ist ein Topknot in hellerer Schattierung annehmbar.
c) In jeder Färbung sind weiße Abzeichen an der Brust und an den Pfoten zu bestrafen.

Gewicht: ca. 6.5 Kilogramm

Höhe: Die erwünschte Höhe beträgt am Widerrist annähernd 25 cm, bei Hündinnen etwas weniger.

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen , die sich vollständig im Hodensack befinden.

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zuletzt aktualisiert: 21. November 2009


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