Das Laufrad für Hamster

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Das Laufrad ist für einen Hamster, egal welcher Art, sehr wichtig und darf in keinem Käfig fehlen. Hamster legen in der freien Wildbahn mehrere Kilometer pro Nacht zurück. Um diesem Bewegungsdrang entgegen zu kommen, sollte man dem Tier ein artgerechtes Laufrad anbieten. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Das artgerechte Laufrad

  • Für Zwerge sollte das Laufrad einen Mindestdurchmesser von 20cm haben, für Mittelhamster mindestens 25cm. Kleinere Durchmesser führen immer zu einem durchgebogenem Rücken und damit zu Rückenproblemen und –schmerzen
  • Die Rückseite des Laufrades muss geschlossen sein, damit er nicht in eventuell vorhandenen Metallstreben stecken bleiben und sich somit verletzen kann
  • Die Lauffläche sollte ebenfalls geschlossen sein, damit das Tier nirgendwo mit den Füßen hängen bleiben kann
  • Das Laufrad sollte aus einem Material sein, welches beim Annagen nicht splittert

Laufradtypen

Das Wodent Wheel, Wobust Wheel und Robo Wheel

Diese drei Räder erfüllen die oben genannten Voraussetzungen für ein hamstergerechtes Laufrad. Die Rückseite ist durchgehend geschlossen, ebenso die Lauffläche. Diese Räder gibt es in verschiedenen Größen. Das Wodent Wheel besitzt einen Durchmesser von 27cm und ist für größere Zwerghamster oder kleinere Goldhamster gedacht, während große oder schwere Goldhamster lieber ein Wobust Wheel im Gehege stehen haben sollten (mit einem Durchmesser von 30cm). Das Robo Wheel mit einem Durchmesser von 20cm ist perfekt für Zwerge geeignet.

Diese Laufräder sind aus splitterfreiem Kunststoff und lassen sich sehr leicht auseinander bauen und reinigen.

Erhältlich sind diese in Deutschland bisher nur im Onlineshop www​.rodipet​.de , in Österreich sind sie mittlerweile schon im Zoofachgeschäft „Fressnapf“ erhältlich.

Hier ist einmal ein Laufradvergleich: links ein (gebrauchtes) Robo Wheel und rechts ein Wodent Wheel.

Holzlaufräder

Holzlaufräder gibt es ebenfalls in verschiedenen Größen. Sie haben durch ihr höheres Gewicht den Vorteil, dass der Hamster sie beim Laufen nicht so schnell verschieben kann. Die meisten dieser Räder besitzen ein Kugellager und sind deshalb sehr leise.

Problematisch bei diesen Rädern ist jedoch die Reinigung. Manche Hamster haben die Angewohnheit, in ihr Laufrad zu urinieren, was bei unzureichender Behandlung des Holzes sehr schnell einziehen würde. Man kann diese mit sogenanntem „Sabberlack“ lackieren (Lack nach der DIN EN 71.3 Norm), welcher den Urin allerdings trotzdem kein Hamsterleben lang fern hält. Man muss ebenfalls bedenken, dass Hamster sehr gern alles Holz anknabbern und das Laufrad dadurch auch keine lange Lebensdauer hat.

Links ein Korklaufrad mit 27cm von Rodipet und rechts ein 20er Holzlaufrad mit eingeklebtem Laufband zur besseren Reinigung.

Metalllaufräder

Die meisten Metalllaufräder besitzen einen Schereneffekt und haben keine geschlossene Lauffläche, was für den Hamster sehr gefährlich werden kann. Für einige dieser Laufräder gibt es mittlerweile Jutebänder die eine vermeintliche Sicherheit vorgaukeln. Hamster können diese Bänder annagen und die Fäden die dadurch entstehen könnten sich um die Beinchen des Hamsters wickeln und es abschnüren. Metalllaufräder gibt es kaum in den vorgeschriebenen Maßen.

Sonstige Plastiklaufräder

Ein Plastiklaufrad sollte aus ungiftigem Hartplastik bestehen, da es sonst beim Annagen zu schweren Verletzungen im Darm führt. Die meisten im Zoofachgeschäft erhältlichen Laufräder entsprechen nicht den Bedingungen eines artgerechten Laufrades für Kleintiere. Jedoch gibt es mittlerweile das Trixi‐ Laufrad, welches bedenkenlos gekauft und genutzt werden kann

Joggingbälle

In vielen Köpfen hat sich noch der sogenannten Joggingbälle festgesetzt. Die Idee dahinter ist einfach: Der Hamster läuft in einer geschlossenen Kugel durch die Wohnung, verursacht damit keinen Dreck und wird keinen Gefahren ausgesetzt, kann nirgendwo stecken bleiben. Die Realität sieht aber ganz anders aus, weshalb diese Bälle NICHT genutzt werden sollten:

  • Sie verfügen über eine unzureichende Belüftung, bei dem Tier kommt es also schnell zu Atemnot, vor allem unter Anstrengung
  • Diese Bälle haben auch einen zu kleinen Durchmesser, weshalb der Hamster mit einem Hohlkreuz darin laufen muss und Rückenprobleme bekommt
  • In den Bällen kann er ungebremst gegen Hindernisse rennen oder Treppen herunterfallen, die Verletzungsgefahr dabei ist enorm groß
  • Das Seh‐ und Geruchsvermögen des Hamsters wird eingeschränkt, er hat keine Orientierung mehr und gerät deshalb schnell in Panik

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zuletzt aktualisiert: 10. August 2013


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