Haltung von Degus

4
0

Seit Mitte der 70er Jahre die ersten Degus als Heimtiere bei uns auftauchten, erfreuen sich die kleinen Nager zunehmender Beliebtheit. Damit sich die ursprünglich aus Südamerika stammenden Tiere auch wohl fühlen, gilt es einiges zu beachten. Hier erfahrt ihr das Wichtigste zur Haltung von Degus und wo ihr eure zukünftigen Mitbewohner finden könnt.

Allgemeines zur Haltung von Degus

Degus sind sehr lauffreudig und würden in der Natur mehrere Kilometer am Tag hinter sich lassen. Sie brauchen daher sehr viel Platz zum Laufen und Erkunden. Ein artgerechtes Degu-Gehege sollte daher mindestens 120x50x100 cm (LxBxH oder HxBxL) gross sein. Zusätzlich brauchen Degus ein Laufrad mit einem Mindestdurchmesser von 30 Zentimetern, um ihren Bewegungsdrang ausleben zu können. Was sonst noch alles beachtet werden sollte, damit das Gehege den Nager ein perfektes Heim bietet, findet ihr im Beitrag «Degukäfig und Einrichtung». In einem artgerechten Gehege, das regelmässig gesäubert wird, sind Degus nahezu geruchsfrei.

Mandarina - Degus

Degus sind sehr gesellige Nager und sollten daher nie allein gehalten werden. (Foto: Mandarina)

Damit die kleinen Südamerikaner sich auch bester Gesundheit erfreuen, ist es wichtig, dass sie richtig ernährt werden. Gerade Degus stellen hohe Ansprüche an ihre Nahrung, die handelsübliche Futtermischungen selten erfüllen können. Worauf es bei der Fütterung von Degus ankommt, erklärt der Beitrag «Ernährung von Degus».

Als sehr soziale und gesellige Tiere sollten Degus immer mindestens zu zweit gehalten werden. Sollte alters- oder krankheitsbedingt ein Degu alleine übrig bleiben, muss entweder wieder mindestens ein Partnertier dazu geholt werden, oder der einsame Degu in eine neue Gruppe abgegeben werden. Wie man Degus richtig vergesellschaftet kann man im Merkblatt Vergesellschaftung von Degus der Deguhilfe-Süd nachlesen.

Degus sind von Natur aus sehr neugierige Tiere. Mit etwas Geduld können einige Degus recht schnell handzahm werden. Manche bleiben jedoch ihr Leben lang scheu. Sie sind keine Streicheltiere und mögen es nicht, hoch genommen zu werden.

Infos zur Deguhaltung findet man auch im Deguratgeber der Deguhilfe-Süd.

Woher bekommt man Degus?

Wenn Degus das richtig Tier für einen sind und man alles vorbereitet hat, damit die Tiere ein artgerechtes Zuhause vorfinden, bleibt noch eine letzte Frage: Woher sollen die Degus kommen, die bei einem einziehen? Da gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten.

Degus aus Tierheimen

Inzwischen findet man Degus in vielen Tierheimen. Leider schaffen es viele Tierheime nicht immer, ihre Vermittlungsseiten aktuell zu halten. Es lohnt sich daher immer, im Tierheim anzurufen und nach dem aktuellen Stand zu fragen. So erspart man sich nicht nur eine Fahrt in ein Heim, das den Degu auf seiner Homepage bereits vermittelt hat. Man entdeckt auch Degus in Heimen, die noch gar nicht dazu gekommen sind, die Tiere ins Netz zu stellen.

Degus von der Deguhilfe

Außerdem gibt es Tierschutzorganisationen, die sich auf Degus spezialisiert haben und neben Infomaterial rund um die posierlichen Nager auch Vermittlungsseiten führen:

Bei beiden gilt: Instabile Gruppen, kranke oder trächtige Degus werden nicht vermittelt. Zudem gibt es mehrere Ansprechpartner, die bei Fragen rund um Degus beraten.

Damit Degus, die ihre Partner verloren haben, ihr weiteres Leben nicht alleine verbringen müssen, gibt es in der Deguhilfe Süd seit 2014 sogar ein TEAM, das sich im süddeutschen Raum darum kümmert, Kontakte zwischen den Haltern von diesen Degus herzustellen.

Degus aus dem Tierschutz

Unzählige Degus warten in Tierheimen sowie bei Degu- und Nagerhilfen auf ein neues Zuhause. Foto: studenak / pixabay

Degus von der Nagerhilfe

Neben Tierschutzorganisationen, die sich allein den Degus verschrieben haben, helfen auch allgemeine Nagerschutzorganisationen dabei, das Tierschutz-Degus ein neues zuhause finden. Dazu zählt zum Beispiel der Nagerschutz e. V. mit Sitz in Düsseldorf.

Auch die Nagervermittlung im Großraum Stuttgart kümmer sich immer wieder um Degus . Hier haben sich einige Tierfreundinnen zusammen geschlossen, um die Tierheime in der Region bei der Vermittlung zu unterstützen. Sie besuchen die Heime, machen Bilder von den Tieren und halten die Vermittlungsanzeigen auf ihrer Webseite und in den sozialen Medien aktuell. Gleichzeitig übernimmt die Nagervermittlung auch immer wieder Tiere in ihre Pflegestellen, um sie beispielsweise gesund zu pflegen und zu vermitteln.

Degus aus dem Zoofachhandel

Man sollte davon Abstand nehmen, Degus in Zoofachgeschäften oder Baumärkten zu kaufen.  Diese Tiere kommen fast immer aus Massenzuchten, wie das Projekt gegen den Lebendtierverkauf in Zooladenkäufe aufdeckt.

Außerdem werden die Degus in den Geschäften selten nach Geschlechtern getrennt gehalten. Immer wieder kauft man dort dann aus Unwissenheit ein Pärchen, dass dann zuhause bald für Nachwuchs sorgt oder die Weibchen sind schon beim Kauf trächtig. So kommt es leider immer wieder zu ungewolltem Nachwuchs, was den Halter schnell an die Kapazitätsgrenzen bringen kann. Wenn dann nicht rechtzeitig nach Geschlechtern getrennt wird kommt es nicht selten zu großen Notfällen.

Degus aus Kleinanzeigen

Degus aus Kleinanzeigen

In Kleinanzeigen warten nicht nur Notfellchen auf ein neues Heim. Auch viele Vermehrer inserieren hier. Foto: studenak / pixabay

Wenn jemand einen Degu abgeben möchte, so erstellt er in der heutigen Zeit gern als erstes eine Kleinanzeige. So finden sich auf den einschlägigen Portalen immer wieder Notfellchen und Einzeldegus, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind.

Allerdings nutzen auch viele Vermehrer und selbsternannte Züchter die Kleinanzeigen, um ihren Nachwuchs teuer an den Mann oder die Frau zu bringen. Da es für Degus weder Zuchtverbände noch Zuchtkriterien gibt, kann jeder der Nachwuchs produziert, sich einfach «Züchter» nennen. Es wird bei den Verpaarungen aber oft nicht auf die Gesundheit oder gutes Sozialverhalten geachtet, wie man es von einem seriösen Züchter erwartet. Vielmehr wird meist nur so verpaart, dass möglichst  seltene Färbungen dabei entstehen, die sich teuer verkaufen lassen. Dafür wird auch immer wieder auf Inzucht zurück gegriffen.

Schlussendlich hängt es von vielen Faktoren ab, woher man seine Tiere bezieht. Ob von einer Deguhilfe, aus dem Tierheim oder von privat: Wichtig ist, dass man sich die abgebende Stelle genau anschaut und auch kritische Fragen stellt, bevor man die Falschen und damit sinnlose Vermehrung unterstützt. Mit Pech bekommt man sonst «die Katze im Sack», um dann mit einem kranken oder verhaltensgestörten Tier überfordert zu sein. Auch ist es unabdingbar, dass bei der Übernahme unbedingt die Geschlechter überprüft werden - ganz egal, woher der Degu kommt.

 

tierwikiAutoren: Suesse und Mandarina
zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2017


Du hast einen Fehler im Text gefunden? Dann schreib uns eine Mail und wir werden ihn so schnell wie möglich beheben: Fehler melden.

Diesen TierWiki-Artikel teilen auf:

Kommentare sind geschlossen