Ernährung von Degus

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In freier Wildbahn ernähren sich Degus hauptsächlich von Wildkräutern, Blättern, Blüten und Sämereien. Dies sollte man bei der Fütterung in der Heimtierhaltung bestmöglich nachempfinden. Leider gibt es im Zoohandel kein Degufutter, das diesem Anspruch gerecht wird.

Frische Kräuter und Blüten

Von Frühjahr bis Herbst sollte man täglich eine Auswahl frischer Gräser, Wildkräuter, Blüten und belaubte Äste anbieten. Diese sind extrem wichtig für den Zahnabrieb.
Welche geeignet sind, könnt ihr u.a. im Tierforum nachschauen: Wilde Kräuter und Co – ListeWer sich eine Bestimmung auf eigene Faust nicht zutraut, sollte ruhig einmal an einer geführten Kräuterwanderung teilnehmen. Angebote dafür findet man im Internet fast überall in Deutschland.

Mandarina Degufutter frisch

Geeignetes Frischfutter für Degus findet sich häufig in der Natur. Foto: Mandarina

Vorsicht: Degus müssen langsam an Frisches aus Wiese und Garten gewöhnt werden. Daher sollte mit kleinen Portionen begonnen werden. Wenn die kleinen Nager es gut vertragen, kann die Menge langsam gesteigert werden. Nach und nach kann man komplett auf Frischfutter umstellen. Damit die frischen Pflanzen nicht anfangen zu schimmeln oder zu gären, sollten sie großflächig im Käfig verstreut werden. Häufchen sind zu vermeiden. Manche Degus verschmähen anfangs die saftigen Kräuter. Trotzdem sollte man weiterhin täglich Frisches anbieten. Was nicht gleich gefressen wird, kann im Käfig trocknen und wird von den Frischkostverächtern dann oft später gefressen.

Tipp: In Zeiten des Überflusses können die frischen Pflanzen auch gut für den Winter getrocknet werden.

Egal ob frische oder getrocknete Pflanzen verfüttert werden, wichtig ist, täglich eine Auswahl an verschiedenen Pflanzen (ca. 10–15) zur Verfügung zu stellen. Das stellt sicher, dass die Ernährung nicht zu einseitig wird. Über das Jahr verteilt sollte man etwa auf 50 verschiedene Pflanzen kommen.

Jeder sollte die Gelegenheit haben, ein bisschen selber zu sammeln. Wer mangels Pflanzenkenntnisse eine ausreichende Vielfalt jedoch nicht gewährleisten kann, sollte zusätzlich getrocknete Bestandteile in Onlineshops bestellen. Auch hier ist auf Vielfalt zu achten. Welche Bestandteile die eigenen Degus gerne mögen und was eher liegen gelassen wird, findet man nach und nach heraus.

Selbst wenn man sehr viel Frischfutter anbietet, darf ein Trinknapf und/​oder Trinkflasche auf keinen Fall fehlen und sollte täglich gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden.

Heu spielt in der Deguernährung eine eher untergeordnete Rolle, sofern man ausreichend frische Pflanzen zur Verfügung stellt. Trotzdem sollte es aber für den Nestbau vorhanden sein.

Im Winter

Mandarina Getrocknetes

Die Vielfalt der üppigeren Jahreszeiten bereichert getrocknet den Speiseplan in der kargeren Zeit. Foto: Mandarina

Im Winter kann man auf Blattsalate, geeignete Zimmerpflanzen, Katzengras, Golliwoog/​Kalisie, Kohlrabi Blätter, Karottengrün usw. ausweichen und zusätzlich eine getrocknete Kräutermischung anbieten. Zweige von Obstbäumen, Weide, Hasel, Linde und Birke können auch im Winter verfüttert werden. Entweder man gibt sie unbelaubt in den Käfig oder man stellt sie ins Wasser, bis frische Blätter und Blüten sprießen und verfüttert sie dann. So lange keine geschlossene Schneedecke vorhanden ist, findet man meist auch noch einige Kräuter, Gräser und Brombeerblätter.

Obst und Gemüse

Obst gehört wegen des hohen Zuckergehaltes nicht auf den Speiseplan der Degus. Auch stärkehaltige Nahrungsmittel wie z.B. Getreide und Mais sollten weitgehend vermieden werden.

Getrocknetes Gemüse kann ab und zu als Leckerli gegeben werden. Allerdings gibt auch Gemüsesorten, wie z.B. Karotte, Kürbis, Rote Beete, rote und gelbe Paprika, die einen relativ hohen Zucker‐ bzw. Stärkegehalt haben. Davon sollte man nur sehr wenig geben.

Geeignete Sorten dürfen auch frisch als kleine Beigabe angeboten werden. Um Schimmelbildung zu vermeiden, müssen die Reste von frischem Gemüse am nächsten Tag entfernt werden.

Sämereien & Nüsse

Mandarina Trockenfutter

Eine mögliche Sämereienmischung für Degus. Foto: Mandarina

Zusätzlich zum Frischfutter sollte eine Sämereien‐​Mischung angeboten werden. Dabei ist zu beachten, dass diese überwiegend aus Ölsaaten besteht. Das Mischungsverhältnis Mehlsaaten zu Ölsaaten sollte mindestens 1 : 2 besser 1 : 4 sein. Die Samenmischung kann ohne Napf großflächig im Streu verteilt werden. Das sorgt für artgerechte Beschäftigung.

Hasel‐, Makadamia‐, und Walnüsse, Sonnenblumen‐ und Kürbiskerne zählen ebenfalls zu den Ölsaaten und können mit Schale als Leckerli angeboten werden. Auch wenn man in älteren Quellen oft noch vor dem zu häufigem Verzehr von Nüssen gewarnt wird, hat die Erfahrung gezeigt, dass man Nüsse mit Schale (!) durchaus öfter anbieten kann. Das Aufnagen der harten Schale sorgt ebenfalls für artgerechte Beschäftigung und Zahnabrieb. Die anfängliche Begeisterung für Nüsse lässt bald nach, sodass sich der Verzehr der Nüsse mit der Zeit meist selber reguliert. Es werden bei Weitem nicht alle Nüsse gefressen. Ein Teil wird für «schlechte Zeiten» vergraben. Trotzdem sollte man die Degus einmal pro Woche wiegen und die Sämereien‐ und Nussration entsprechend anpassen.

Erdnüsse gehören zu den Hülsenfrüchten und stehen außerdem im Verdacht, häufig mit Pilzsporen befallen zu sein. Deshalb sind sie eher nicht geeignet.

Nicht alle Vitamine können durch die Nahrung aufgenommen werden. Der Einfluss von UV B‐​Strahlung des Sonnenlichts, ist wichtig für die Bildung von Vitamin D. Deshalb haben Sonnenbäder vermutlich eine positive Wirkung auf die Degugesundheit, Konkretes kann abschließend noch nicht genannt werden. Erfahrungen zeigen, dass Degus Sonnenbäder zumindest sehr genießen. Hier muss aber unbedingt darauf geachtet werden dass sich kein Hitzestau bilden kann und die Degus jederzeit in kühlere Bereiche ausweichen können.

Weiterführende Links:

Liste ungiftiger und schwach giftiger Pflanzen

Wer sich noch intensiver in die Deguernährung einlesen will
http://​www​.degupedia​.de/​i​n​f​o​/​D​e​g​u​p​e​d​i​a​_​M​a​g​a​z​i​n​.​h​tml

Anleitung zum Nachziehen von Golliwoog in der TierZeit:
Golliwoog aus dem Reagenzglas

tierwikiAutor: Mandarina
zuletzt aktualisiert: 5. April 2016


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