Ein Aquarium einrichten

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Bevor man ein Aquarium einrichten kann, muss man sich erst einmal Gedanken darüber machen, ob ein Aquarium das richtige für einen ist. Denn ein Aquarium kostet sehr viel Geld. Nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Jahre danach muss man Strom, Wasser und das, was sonst noch alles so anfällt, bezahlen. Zudem benötigt ein Aquarium auch sehr viel Pflege und ist deshalb auch kein Dekogegenstand, sondern ein arbeitsreiches Hobby. Nun zum eigentlichen Thema.

Größe des Aquariums

Diese Frage ist ganz leicht beantwortet! Für einen Anfänger empfiehlt sich eine Beckengröße zwischen 112 und 200Lzu wählen. Damit erhält man ein großes Beckenvolumen, dass kleiner Pflegefehler verzeiht und hat eine große Auswahl an möglichen Pfleglingen und Einrichtungsmöglichkeiten bietet.

Je nach Platz und Bedarf kann sich die Aquariengröße aber von 12 bis über 1000L erstrecken.

Standort des Aquariums

Der Standort eines Aquariums muss sorgfältig ausgewählt werden. Das Becken sollte in einer dunklen und ruhigen Ecke stehen (nicht neben einer Tür oder ähnlichem). Es sollte sehr wenig bis gar kein Sonnenlicht ins Aquarium scheinen, da dies das Algenwachstum fördern kann. Der Untergrund muss gerade und stabil sein. Ein schiefer Boden könnte zum zerspringen der Scheiben führen und somit einen schweren Wasserschaden verursachen. Ein fertig eingerichtetes Aquarium ist unheimlich schwer und muss daher auf einen extra für Aquarien gebauten Unterschrank gestellt werden, denn normale Möbelstücke halten so schwere Lasten meistens nicht aus. Bei Aquarien ab einer bestimmten Größe muss in Altbauten Vorsicht gelten. Sie sollten so platziert werden, dass das Endgewicht von einem Deckentragenden Element übernommen wird.

Planung des Aquariums

Bevor man seine Unterwasserwelt einrichtet, sollte man sich die Zeit nehmen und eine Skizze anfertigen. So erlebt man später keine Überraschungen und merkt plötzlich, dass das Aquarium ja eigentlich viel zu klein ist.

Bodengrund des Aquariums

Hat man das Becken auf Dichtigkeit geprüft, kann man es an seinen vorgesehenen Platz stellen und mit dem Einfüllen des Bodengrundes beginnen. Der Boden kann aus zwei Schichten bestehen, dem Nährboden und dem „normalen“ Kies/​Sand. Aber auch nur mit Kies/​Sand können gute Ergebnisse erzielt werden.

Der Nährboden liefert den Pflanzen über einen längeren Zeitraum Nährstoffe. Ihn kann man entweder kaufen oder selbst mit einem speziellem Granulat anmischen. Hat man dies getan, schüttet man den N.B. nun 2cm hoch ins Aquarium. Darauf kommt dann der vorher ausgewaschene Kies (ca. 5cm hoch). Der Kies sollte rund sein. Ist der Kies scharfkantig könnten sich Fische sehr schwer verletzen. Außerdem sollte er nicht kalkhaltig sein, da das Wasser dadurch unnötig aufgehärtet wird, was den Fischen nicht gut bekommt. Die Körnung des Kieses richtet sich nach dem Geschmack des Besitzers. Bei Sand und Sand‐​Kies Gemischen ist aber darauf zu achten, dass später Turmdeckelschnecken oder grabende Fische eingesetzt werden. Da es sonst zu Verhärtungen kommen kann. Sand sollte, nachdem man ihn ins Aquarium gegeben hat (feucht) noch einmal kräftig aufgewirbelt werdende, um Lufteinschlüsse, in denen sich später Faulgase bilden können zu vermeiden.

Je nach Herkunft des Kieses empfiehlt es sich ihn vorher zu waschen.

Dekoration und Technik im Aquarium

Ist der Bodengrund eingefüllt, kann nun das Deko‐​Material, wie Steine (ohne Kalk), Moorkienwurzeln (vorher einige stunden wässern) usw., eingebracht werden. Diese Materialien sollten vorher abgekocht werden, damit Keime abgetötet werden. Danach sollte man sie kräftig schrubben, um verbliebene Schmutzteilchen zu entfernen. Es sollten auf keinen Fall Reinigungsmittel verwendet werden. Jetzt kann auch die Technik, wie Filter, Heizstab, Thermometer und evtl. noch ein Ausströmerstein, eingebracht werden. Der Filter sollte so angebracht werden, dass er die Wärme vom Heizstab im ganzen Aquarium gleichmäßig verteilt. Das Thermometer sollte logischerweise nicht neben dem Heizstab platziert werden, sondern auf der gegenüber liegenden Seite.

Wasser in das Aquarium einfüllen

Damit der Kies beim einfüllen nicht aufwirbelt, ist es ratsam einen Teller o.ä. zu verwenden, der den Wasserstrahl bricht. Das Aquarium wird erst 2/​3 vollgefüllt, um später die Pflanzen besser einsetzen zu können. Hat man Stoffe im Wasser, die für Fische schädlich sind, wie beispielsweise Kupfer oder Chlor, sollte man einen Wasseraufbereiter verwenden, der diese Stoffe bindet und somit unschädlich macht. Zudem sollte das Wasser beim einfüllen bereits temperiert sein. Schüttet man kaltes Wasser ins AQ besteht die Möglichkeit, das die Pflanzen, die nun eingesetzt werden können, innerhalb kürzester Zeit absterben. Die Temperatur sollte je nach geplantem Besatz 20–30°C haben.

Pflanzen im Aquarium einsetzen

Man sollte in einem normalen Gesellschaftsbecken ungefähr 60–80% des Bodens mit Pflanzen bedecken, je nachgeplantem Besatz kann das aber auch mehr (z. B. Garnelenbecken) oder weniger (zB. Wels‐ oder Malawisee‐​Becken) sein. Viele Pflanzen brauchen viele Nährstoffe, die sie sich größtenteils aus dem Wasser holen. Hat man zu wenig Pflanzen, werden sehr viele Nährstoffe nicht verbraucht. Über diesen Überschuss freuen sich denn die Algen, die sich innerhalb kürzester Zeit stark ausbreiten. Aber auch wenn man diese 60–80% bepflanzt, kann es zur starken Algenvermehrung kommen, das liegt dann höchstwahrscheinlich daran, dass man keine schnellwachsende Pflanzen verwendet hat sondern nur langsam wachsende, die nur sehr wenig Nährstoffe verbrauchen.

Wasserpflanzen richtig einpflanzen:

  1. Pflanzen aus der Verpackung befreien, Ring oder Körbchen und Watte entfernen.
  2. Pflanzen liegen lassen, bis sie sich an die Zimmertemperatur gewöhnt haben (auf austrocknen achten!)
  3. Pflanzen mit handwarmen Wasser abwaschen, evtl. Schnecken oder Schneckenlaich entfernen.
  4. Mit den Fingern ein Loch bis in den Nährboden stechen.
  5. Pflanze bis über den Wurzelansatz in den Boden stecken,Pflanze aufbinden oder schwimmen lassen, einige Pflanzen mögen es auch, wenn noch etwas von ihrem Wurzelballen aus dem Kies reagt.
  6. Loch zuschütten.
  7. Evtl. Pflanze bis zum Wurzelansatz herausziehen‐ so können sich die Wurzeln ausrichten.
  8. Wasser komplett auffüllen.
  9. Die Technik anschließen.

Einlaufzeit des Aquariums

Jetzt muss das Aquarium 4–6 Wochen einfahren. Während dieser Zeit müssen sich Bakterien im Filter und im Bodengrund bilden, die für den Abbau von Stickstoffverbindungen zuständig sind. Es muss täglich der Nitrit‐​Gehalt im Wasser gemessen werden. Für ca. 7 Tage steigt der Wert extrem hoch. Das nennt man dann einen Nitritpeak. Ist das überstanden können Fische eingesetzt werden. Währen der Einlaufphase müssen alle technischen Geräte laufen. Die Temperatur sollte die selbe sein, wie die Fische sie später benötigen. Die Einlaufzeit kann man verkürzen, indem man von einem bereits länger laufendem Filter, die Bakterien überführ. Die kann man machen indem man den Filterschwamm über den neuen ausdrückt. Hat man mehrere Schwämme im Filter könnte man auch den Schwamm aus dem neuen Filter, mit dem eines länger laufenden tauschen.

Fische im Aqaurium einsetzen

Ist die Einlaufzeit überstanden können jetzt Fische ins Aquarium einziehen. Aber Achtung nur sehr langsam, sonst könnte es wieder zu einem Nitritpeak kommen. Die Bakterien, die sich im AQ während der Einlaufzeit angesiedelt haben, reichen noch nicht aus, um so viele Fischhinterlassenschaften zu umzuwandeln. Die Bakterien müssen sich langsam vermehren und das geht nur, indem man in großen Zeitabständen und geringen Fischen die Fischanzahl erhöht. Zudem sollte auch wenig gefüttert werden, weil es ebenfalls zu einem weiteren Nitritpeak führen kann. Zum Einsetzten der Fische sollten man sich eine Stunde Zeit nehmen, denn die Fische benötigen diese Zeit um sich an die neue Wasserbeschaffenheit und Temperatur zu gewöhnen.

Fische richtig einsetzen:

  1. Den Beutel mit der Öffnung nach oben ca. 10 Min. ins Wasser legen.
  2. Beutel öffnen und mehrmals den Rand umschlagen, damit sich dort unter Luft sammelt kann und der Beutel von alleine schwimmt.
  3. Im Verlauf einer halben Stunde geben sie in gleichmäßigen Abständen Wasser in den Beutel.
  4. Nach weiteren 30 Minuten können nun die Fische langsam mit dem Kescher ins Aquarium umgesetzt werden. Aufpassen, dass kein Wasser aus dem Beutel ins Becken gelangt, denn es könnten sich Keime im Wasser befinden.

tierwikiAutor: Mukkel07
zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2010


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