Der Antennenwels

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Er hat viele Namen: blauer Antennenwels, brauner Antennenwels, Putzer, Saugmaul, Ancistrus, Antenni, Algenputzer, Scheibenputzer oder einfach nur Wels. Gemeint ist immer er, der vermehrungsfreudige relativ anspruchslose Wels der zur Gattung Ancitrus gehört, dessen genaue Art aber nicht mehr zugeordnet werden kann.

Wie sieht der Antennenwels aus?

Wir reden hier von einem meist brauen Harnischwels mit Saugmaul, sein Körper ist – je nach Stimmung bräunlich mit kleinen hellen Punkten oder braun gelblich gefleckt (auch hier sind die Punkte noch zu erkennen). Ausgewachsene Männchen tragen eine stattliche Anzahl von Antennen und werden meist etwas größer als die Weibchen. Er erreich 12–15cm Körperlänge.

Inzwischen gibt es eine reihe von Zuchtformen, z. B. Den Schildpatt‐​Ancistrus, Gold‐​Ancistrus oder Schleier‐​Ancistrus.

Wie viele Antennenwelse sollte man halten?

Je nach Becken Größe ein Männchen und ein bis zwei Weibchen. Aber auch die Einzelhaltung nehmen sie einem nicht böse. Möchte man keine Nachwuchs haben ist sie sogar von Vorteil – und Verhütungsmethode Nr. 1.

Wie sollte das Becken für den Antennenwels aussehen?

Aufgrund seiner Größe sollte sein Becken mindestens 80 cm Kantenlänge haben. In dieser Beckengröße kann man maximal ein Pärchen halten.

Der Bodengrund ist ihm recht egal, wichtiger ist ihm eher die Einrichtung: Holz als Futter zum abraspeln und reichlich Verstecke sind nach seinem Geschmack, genauso wie Pflanzen, weswegen Pflanzen nur bedingt in „seinem“ Aquarium überleben – weiche Pflanzen werden nur zu gerne gefressen, von etwas widerspenstigeren Pflanzen kann man ihn mit reichlich Futter ablenken.

Die Wasserwerte spielen für ihn keine Rolle. Über eine gute Durchlüftung des Beckens (starke Filterung) freut er sich jedoch.

Welche Gesellschaft für den Antennenwels?

Er verträgt sich mit allen. Von Zwerggarnelen über Malawibuntbarsch bis zum Guppy oder Diskus – er ist immer die richtige Gesellschaft.

Wie alt wird der Antennenwels?

Ein erreichtes alter von 10–15 Jahren ist für diesen Wels nichts ungewöhnliches.

Wie ist verhält sich der Antennenwels?

Er ist nachtaktiv, das heißt, dass er den Tag in seinem Versteck verbringt und erst Abends herauskommt um das Aquarium nachfressbarem abzusuchen. Häufig sieht man ihn also eher selten – was bei manchen Aquarianern leider dazu führt, dass er eher die Rolle einer ungeliebten Putzfrau einnimmt – völlig zu unrecht! Denn setzt man sich einmal abends vors Aquarium kann man ihm bei seinen Erkundungstouren zuschauen, schon allein das bizarre Aussehen und sein interessantes Fressverhalten sind es wert.

Wo kaufe ich einen Antennenwels?

Da er sehr leicht nach zu ziehen ist, findet man schnell und preiswert Babys als auch Alttiere (aufgrund ihrer hohen Lebenserwartung) auf Börsen und in Kleinanzeigen. Auch an den Welsen aus dem Fachhandel ist in der Regel nichts auszusetzen, außer dem höheren Preis den man dort zahlt.

Was frisst der Antennenwels?

Im allgemeinen wir er als Algenputzer gekauft. Aber weit gefehlt – Algen knabbert er als Jungtier zwischendurch zwar ganz gerne mal, mit zunehmendem Alter schmecken sie ihm aber gar nicht mehr, den eigentlich ernährt er sich von pflanzlichen Futter, verschmäht aber auch tierisches nicht. Auf seinem Speiseplan stehen: überbrühter Salat, weiche Aquarienpflanzen (s.o.), tk Erbsen, Möhre, Gurkenscheiben, Möhrchen aus dem Glas, Futtertabletten, Mückenlarven, Fischfutter und Ass. Wichtig ist es hierbei ihn abends, am besten direkt nach dem licht‐​aus zu füttern, damit er auch wirklich genug abbekommt. Und noch mal ganz wichtig: Damit er zu einem gesunden Wels heranwächst muss er extra gefüttert werden.

Wie sieht die Fortpflanzung des Antennenwels aus?

Bei diesen Welsen übernimmt das Männchen die ganze Arbeit. Zuerst wählt er eine Höhle aus und putzt sie gründlich – dann wählt er ein Weibchen aus und führt ihr seine Höhle vor – was sie meist zum ablaichen motiviert. Die Eier werden an der Höhlenwand festgeklebt und befruchtet. Danach verlässt das Weibchen die Höhle.

Das Männchen bleibt zurück und bewacht, befächelt und umsorgt das Gelege (sortiert unbefruchtete Eier aus), auch die Geschlüpften Larven beschützt und umsorgt er in seiner Höhle noch so lange, bis sie ihren Dottersack aufgezehrt haben. Erst dann verlassen die Babys die Höhle. Die Babys können von Anfang an mit dem selben Futter gefüttert werden wie die Alttiere und auch bei ihnen belassen werden.

Da die Zucht sehr einfach ist und es dadurch genug Welsbabys auf dem Markt gibt, die ein neues Zuhause suchen, sollte man es sich lieber einmal mehr überlegen, ob man diesen Wels wirklich nachziehen will.

Weiterführende Links

Ancistrus im Zierfischverzeichnis
Ancistrus auf Welse​.net

tierwikiAutor: ?
zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2010


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