Steckbrief: Chinesischer Feuerbauchmolch

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Kurzinfo

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: Feuerbauchmolche (Cynops)
Art: Chinesischer Feuerbauchmolch/​Chinesischer Zwergmolch (Cynops orientalis)

Herkunft: China
Biotop: stehende Gewässer
Temperaturen: 20–22° C, Winterruhe bei 10–14° C

Größe: Weibchen bis 10 cm, Männchen etwas kleiner
Erreichbares Alter: bis zu 20 Jahre bekannt
Geschlechtsunterschied: Weibchen haben einen längeren Schwanz, Männchen haben eine rundere (meist größere) Kloake
Sozialverhalten: Gruppenhaltung ab 2–3 Tieren
Nachzucht: Eier

Haltung im Aquarium

Wichtig: Feuerbauchmolche vertragen genau wie andere Amphibien keinerlei Chemie im Wasser. Heißt KEINE Wasseraufbereiter, Starterbakterien, Pflanzendünger oder ähnliches ins Becken geben. Auch Fischmedikamente sind für sie nicht verträglich!

Beckengröße

Die kleinste der Feuerbauchmolcharten kann bereits in Becken ab 60 cm Kantenlänge gepflegt werden.

Wasserstand

Der Wasserstand sollte nicht mehr als 20 cm betragen, da die Tiere regelmäßig an die Wasseroberfläche schwimmen, um Luft zu holen.

Wasserteil

Der Wasserteil sollte einige Verstecke in Form von Wurzeln und Steinen enthalten sowie genügend Wasserpflanzen in denen sie sich verstecken bzw. ausruhen können. Am besten eignen sich Wasserpest, Hornkraut, Vallisneria und verschiedene Moose.

Landteil

Der chinesische Feuerbauchmolch benötigt einen leicht zu erreichenden Landteil, da vor allem Männchen und jüngere Tiere hin und wieder das Land aufsuchen. Der Landteil kann entweder aus ein‐ oder mehrerer «losen» Korkinseln bestehen oder fest integriert werden. Man sollte beim Besatz des Beckens darauf achten, dass ein aufgeschütteter Landteil die Schwimmfläche der Tiere erheblich mindert.

Filterung

Wichtig ist eine Filterung mit einem strömungsschwachen Filter z. B. Außen‐ oder Nanofilter. Viele Halter verwenden mittlerweile auch einen Mattenfilter (HMF), der sonst überwiegend in Axolotl‐ und Garnelenbecken eingesetzt wird.

Beleuchtung

Die Tiere benötigen eigentlich keine Beleuchtung, lediglich für die Pflanzen sollte tageslichtnahe Beleuchtung vorhanden sein.

Abdeckung

Da Molche absolute Ausbruchskünstler sind, ist eine Abdeckung unumgänglich. Leider erzeugen die herkömmlichen Abdeckungen zu viel Hitze und sind nicht besonders ausbruchssicher. Am besten eignet sich ein mit Fliegengitter bespannter (Holz-)Rahmen oder ein 5 cm breiter Glassteg.

Bodengrund

Der Aquariumkies sollte eine Körnung von 1–3 mm haben und keine spitzen Kanten besitzen, damit die Molche nicht verletzt werden, wenn sie den Kies versehentlich beim Fressen aufnehmen. Aus diesem Grund empfiehlt sich auch kein Farbkies, da er schädliche Stoffe abgeben kann. Fischen macht dies wiederum nichts aus. Auch Sand ist eine Möglichkeit, hierbei sollte aber unbedingt auf Gammelstellen geachtet werden.

Vergesellschaftung

Eine friedliche Vergesellschaftung mit Fischen oder anderen Amphibien ist nicht möglich. Einzig Schnecken oder kleinere (friedliche!) Garnelen, z. B. Red Fire, sind als Futtertiere im Becken möglich.

Winterruhe

Der chinesische Feuerbauchmolch benötigt keine richtige Winterruhe, jedoch ist wenigstens ein Absenken der Temperatur auf mind. 15° C erforderlich. In dieser Zeit halten sich viele Tiere gehäuft an Land auf.

Ernährung

Die Ernährung sollte hauptsächlich aus Lebendfutter bestehen. Lediglich bei Lieferengpässen oder sonstigen Beschaffungsproblemen kann man auf Frostfutter ausweichen. Larven und Jungtiere, die sich noch an Land aufhalten, verweigern totes Futter meist ganz.

Larven

frisch geschlüpfte (gespülte!) Artemia, später auch kleine Mückenlarven und Wasserflöhe

Adult

  • Asseln
  • Mückenlarven
  • Bachflohkrebse
  • Flohkrebse
  • Regenwürmer
  • Tubifex
  • Wasserflöhe

Juvenil

  • Erbsenblattläuse
  • Fruchtfliegen
  • Mikro‐​Heimchen
  • Springschwänze

Besonderheit

Chinesische Feuerbauchmolche können im Larvenstadium Gliedmaßen vollständig regenerieren. Dies sollte man aber keinesfalls testen!

Sie besitzen ein Hautgift, welches sie bei Gefahr absondern. Daher immer (vor und) nach Tätigkeiten im Aquarium Hände waschen.

Vermeidbare Fehler

  • Vergesellschaftung mit anderen Tieren, außer Schnecken und friedlichen Garnelen, auch keine «gleich großen» Molch‐ oder Froscharten
  • Wasseraufbereiter, Pflanzendünger, Starterbakterien usw. verwenden
  • Haltung ohne Landteil
  • totaler Verzicht auf Lebendfutter
  • keine Abdeckung bzw. mindestens 5 cm breiter Glassteg

tierwikiAutor: ?
zuletzt aktualisiert: 1. Mai 2016


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