Steckbrief: Axolotl

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Kurzinfo

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Querzahnmolche (Ambystomatidae)
Gattung: Eigentliche Querzahnmolche (Ambystoma)
Art: Axolotl (Ambystoma mexicanum)

Herkunft: Mexiko
Biotop: stehende Gewässer
Temperaturen: 17–20° C, im Winter deutlich kühler

Größe: bis zu 30 cm
Erreichbares Alter: ca. 20–25 Jahre
Geschlechtunterschied: Männchen haben eine größere und anders geformte Kloake
Sozialverhalten: Gruppenhaltung (ab zwei Tieren)
Nachzucht: Eier

Haltung im Aquarium

Wichtig: Axolotl vertragen genau wie andere Amphibien keinerlei Chemie im Wasser, d. h. KEINE Wasseraufbereiter, Starterbakterien, Pflanzendünger oder ähnliches ins Becken geben. Auch Fischmedikamente sind für sie nicht verträglich!

Beckengröße

Für zwei Tiere benötigt man mindestens ein 80‐​er Becken. Als Endbecken für Tiere, die bis zu 30 cm lang werden, ist dies jedoch sehr knapp bemessen. Am besten beginnt man sofort mit einem Becken ab 100 cm Kantenlänge, in dem, je nach Bodenfläche, bis zu vier Tiere Platz haben.

Einrichtung

Da sich die Tiere gerne in dunkle Höhlen zurückziehen, benötigt man pro Tier mindestens eine Höhle. Echte Wurzeln oder Kokosnusshöhlen sind nicht geeignet, da sie leicht unbemerkt von innen gammeln können, worauf die Tiere sehr empfindlich reagieren. Die Einrichtung sollte möglichst nicht am Rand platziert werden, da die Tiere dort gerne entlanglaufen und alles was im Weg steht niedertrampeln oder verschieben.

Bodengrund

Der Aquariumkies sollte eine Körnung von 1–3 mm haben und keine spitzen Kanten besitzen, damit die Axolotl nicht verletzt werden, wenn sie den Kies versehentlich beim Fressen aufnehmen. Aus diesem Grund empfiehlt sich auch kein Farbkies, da er für Axolotl schädliche Stoffe abgeben kann. Fischen macht dies wiederum nichts aus. Auch Sand ist eine Möglichkeit, hierbei sollte aber unbedingt auf Gammelstellen geachtet werden.

Filterung

In einem Axolotlbecken sollte kein Filter fehlen. Am besten eignet sich ein regulierbarer Außenfilter oder ein Mattenfilter, da die Axolotl sehr empfindlich auf zu starke Strömung reagieren.

Temperatur

Die Temperatur sollte nie dauerhaft über 20° C steigen, ein kurzzeitiger Anstieg der Temperatur auf 23° C ist möglich, dabei steigt aber auch das Infektionsrisiko! Höhere Temperaturen können zum Tod der Tiere führen. Sollte man die Temperaturen nicht dauerhaft so tief halten können, empfiehlt sich die Anschaffung von Aquarienlüftern oder einem Kühler.

Vergesellschaftung

Axolotl können nur im Artenbecken mit etwa gleich großen Artgenossen gepflegt werden. Ansonsten fressen sie entweder ihre Mitbewohner oder werden von Ihnen (an-)gefressen. Einzig Schnecken, friedliche Garnelen, Guppys und Bärblinge eignen sich als lebende Futtertiere im Becken. Alle nicht aufgezählten Tiere eignen sich aus verschiedenen Gründen auch NICHT zur Vergesellschaftung.

Bepflanzung

Das Axolotlbecken sollte dicht bepflanzt sein, da die Tiere gerne faul in den Wasserpflanzen liegen. Außerdem dämpfen viele Pflanzen an der Oberfläche die Beleuchtung, wodurch die Axolotl aktiver werden. Als Pflanzen eignen sich besonders Kaltwasserpflanzen wie Hornkraut, Wasserpest, Nixkraut, Vallisneria, Moose sowie angetrocknete Ableger einer Efeutute.

Beleuchtung

Die Tiere benötigen eigentlich keine Beleuchtung, lediglich für die Pflanzen sollte tageslichtnahe Beleuchtung vorhanden sein. Um die Tiere auch nachts beobachten zu können, verwenden manche Halter ein Mondlicht.

Abdeckung

Der Abstand zum oberen Beckenrand sollte ca. 10 cm betragen, da es sonst vorkommen kann, dass eines der Tiere erschrickt und aus dem Becken «fällt» bzw. springt. Dies entfällt bei einer Abdeckung, allerdings sind die handelsüblichen Abdeckungen für Axolotl nicht geeignet, da sich darunter die Wärme staut. Am besten ist Marke Eigenbau bestehend aus einem Holzrahmen, der mit Fliegengitter bespannt wird.

Ernährung

Axolotl ab 10 cm

Axolotlpellets mit mindestens 70–80% Fischanteil (Keine Forellenpellets!), Regenwürmer, Heimchen und Süßwasser‐) Fischfilet. Bachflohkrebse und Asseln sind als kleiner Snack geeignet.
Als Lebendfutter können Guppys, Bärblinge, Kardinalfische, Bachflohkrebse oder kleinere (friedliche & kaltwassergeeignete) Garnelen, z. B. Red Fire, ins Becken gegeben werden. Zum Verfüttern von bestimmten Warmblüterfleisch wird nur in Krankheitsfällen geraten, eine regelmäßige Fütterung damit ist nicht ratsam.

Axolotl bis 10 cm

Die Larven werden mit frisch geschlüpften Artemia und später, ab ca. 3–4 cm, mit roten Mückenlarven, Flohkrebsen, Asseln und kleinen (bzw. zerteilten) Regenwürmern aufgezogen.

Besonderheit

Axolotl können Gliedmaßen und Teile ihrer Organe regenerieren. Dies sollte man aber keinesfalls testen!

Unter besonderen Umständen können Axolotl ihr Larvenstadium verlassen und sich voll entwickeln. Eine absichtliche Herbeiführung der Metamorphose gilt als Tierversuch und ist in Deutschland ohne Genehmigung verboten!

Vermeidbare Fehler

  • Vergesellschaftung mit anderen (oder zu kleinen) Tieren (außer oben genannten Futterfischen)
  • Wasseraufbereiter, Pflanzendünger, Starterbakterien usw.
  • Becken unter 80 cm Kantenlänge
  • zu grober, scharfkantiger und farbiger/​schwarzer Bodengrund
  • zu warme Temperaturen (kurzfristig max. 23° )
  • Tiere unter 10 cm Körperlänge beziehen. Ein verantwortungsbewusster Züchter gibt seine Nachzuchten erst ab 10 cm Körperlänge ab, da das Immunsystem der Tiere erst ab dieser Größe vollständig entwickelt ist.

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zuletzt aktualisiert: 1. Mai 2016


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