Ratten Ernährung

12. Februar 2010

Ernährung von Ratten

Ratten brauchen wie jedes andere Lebewesen ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Futter. Da Ratten Gemischtköstler sind, benötigen sie neben pflanzlichem Futter auch tierisches Eiweiß.
Im Handel als allgemeines „Nager-“ oder „Kleintierfutter“ deklarierte Mischungen sind daher für sie nicht geeignet (genausowenig wie übrigens für andere Nager und Kleinsäuger; jede Tierart hat andere Ansprüche an die Ernährung, ein pauschales „Futter für alle“, das die Bedürfnisse jeder Art gleichgut abdeckt, gibt es nicht). Rattenalleinfutter enthält alle nötigen Vitalstoffe, genug Rohfaser und einen angemessenen Anteil an tierischem Eiweiß; es sollte mit der täglichen Gabe von Obst und Gemüse abgerundet werden.

Rattenalleinfutter

Im Zoofachhandel erhältliche fertige Futtermischungen unterscheiden sich etwas durch ihre Zusammensetzung; im Allgemeinen decken sie aber den Ernährungsbedarf von Ratten annähernd gleich gut ab. Es wäre darauf zu achten, daß kein Zucker (verbirgt sich auch hinter Begriffen wie Zuckerrohrmelasse, Glucose etc.) zugesetzt ist. Da sich die Rattenzähne abnutzen, haben sie keinen schützenden Zahnschmelz wie wir Menschen. Außerdem nehmen Ratten über Frischfutter ohnehin noch Zucker auf.

Die Futtermischung sollte nicht staubig sein, angenehm riechen und ein ansprechendes Mischungsverhältnis der Zutaten bieten. Welches Futter schlußendlich den Ratten vorgesetzt wird, hängt aber nicht zuletzt auch von den Vorlieben der Ratten ab, die durchaus „Lieblingsfutter“ haben können.

Grundsätzlich sollte die Futtermischung so weit wie möglich aufgefressen werden. Einige wenige Dinge werden fast immer übrigbleiben, Hafer und Weizen sind z.B. oft nur bedingt beliebt, jedoch sollte der Großteil des Futters im Rattenmagen verschwinden.
Da die Futtermischung als Ganzes auf den Ernährungsbedarf der Tiere abgestimmt ist, wäre bei einer dauerhaften Verweigung eines Großteils des Futters mit Mangelversorgung zu rechnen, ferner legen Ratten, die sich immer nur die Leckerchen aus dem Futter picken können, schnell an Gewicht zu. Daher muß ein Mittelmaß gefunden werden bei der Futtermenge, das die Ratten veranlasst, möglichst viel aufzufressen (es darf kein Futter-Überangebot vorhanden sein), das aber auch die dauernde Versorgung mit Futter gewährleistet (aufgrund ihres schnellen Stoffwechsels muß immer Futter zur Verfügung stehen).

Hier exakte Gewichts- oder Mengenangaben zu machen ist fast unmöglich, da Ratten abhängig von Größe, Alter, Geschlecht und Charakter, aber auch von der Jahreszeit (im heißen Sommer bevorzugen sie oft mehr Obst und Gemüse, genau wie wir Menschen auch) unterschiedlich viel fressen. Als Faustregel hat sich bewährt, daß der Napf nie ganz leer werden soll. Jedoch ist zu beachten, daß einige Ratten Futter bunkern und die leckeren Bestandteile der Mischungen in ihren Verstecke abtransportieren. Dies muß natürlich kontrolliert und bei der Futtermenge berücksichtigt werden. Meist kann man regelmäßig das gebunkerte Futter wieder einsammeln (wenn man die Verstecke kennt) und sie in den Napf zurücklegen, damit sie auch gefressen werden. Nicht selten vergessen Ratten ihre Vorräte, und diese werden dann bei der nächsten Käfigreinigung weggeschmissen.
Wird bei einer Futtermischung nachhaltig ein großer Teil verweigert, empfiehlt es sich, das Futter zu wechseln.

Bekannte und bewährte Futtermischungen:
Tima Rattima (labortechnisch untersucht und bewertet im Auftrag des VdRD)
JR Farm Rattenschmaus
JR Farm Wellness Food für Ratten
Multifit Rattenfutter
Prestige Premium Rat Nature
Witte Molen Country Ratte

Teilweise muß eben getestet werden, welches Futter die Ratten am besten annehmen. Futterumstellungen sollten aber generell nicht abrupt, sondern schleichend erfolgen, d.h. wenn das Futter umgestellt werden soll, wird immer mehr neues Futter sukzessive unter das altbekannte Futter gemischt.

Pellets

Rattenalleinfutter selbst mischen

Natürlich ist es auch möglich, Rattenfutter selbst anzumischen. Dazu reicht es allerdings nicht, Bestandteile, die man auf den Inhaltsangaben liest, „nach Gefühl“ zusammenzumischen, denn das Futter als Ganzes muß ja auf die Bedürfnisse von Ratten zugeschnitten sein.
Wer selbst Futter mischen möchte, sollte sich also auf jeden Fall mit der Ernährung der Ratten weitergehend beschäftigen und sich umfangreiches Wissen aus wissenschaftlicher Literatur anlesen.
In einigen Rattenbüchern werden zwar „Rezepte“ zum Selbermischen abgedruckt, allerdings gehen diese meist nicht über eine Aufstellung verschiedener Körner und Saaten hinaus. Da Ratten aber, wie oben bereits erwähnt, Gemischtköstler sind, fehlt hier eine genaue Anrechnung von tierischem Eiweiß, das jedoch – in gewisser Menge – unabdingbar ist für eine gesunde Ernährung. Ferner fehlen Angaben über die enthaltenen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.
Erste Ansätze und Hinweise zu weiterführender Literatur bietet die Dissertation von Oliver Schleif, S. 156 ff., die sich u.a. mit der Ernährung von Laborratten beschäftigt und einen kurzen Exkurs zum Thema Ernährung von Ratten in Liebhaberhaltung macht.

Frischfutter

Neben hochwertigem Rattenalleinfutter stehen auf dem ausgewogenen Speiseplan von Ratten idealerweise auch täglich Gemüse und Obst, wobei anteilig mehr Gemüse als Obst gefüttert werden sollte. Als Faustregel gilt, daß Ratten beinahe alles, was für uns Menschen genießbar ist, ebenfalls fressen können – was wir roh essen können, können auch Ratten roh fressen, was wir Menschen garen müssen, um es essen zu können, muß auch für Ratten gegart werden (z.B. Kartoffeln).
Generell sollten neue Obst- und Gemüsesorten immer erst in kleinen Mengen angefüttert werden, um abschätzen zu können, ob die Ratten sie vertragen, denn genau wie bei Menschen kann es auch bei Ratten diverse Unverträglichkeiten geben.

Vorsicht ist geboten bei blähendem Gemüse (z.B. Kohl, Hülsenfrüchte) und Steinobst, das als besonders anfällig für gewisse Hefepilze gilt, ebenso bei allen Obstsorten, die viel Fruchtsäure enthalten (z.B. Zitrusfrüchte). Ganz verzichtet werden sollte auf alles, das scharf ist und einen hohen Anteil ätherischer Öle enthält (z.B. Zwiebelgewächse).
Generell ist auf eine gute Qualität, wenn möglich Bioqualität zu achten – Ratten sind keine „Müllschlucker“ für Küchenabfälle: was für den eigenen Verzehr nicht (mehr) gut genug ist, sollte auch Ratten nicht vorgesetzt werden; für so kleine Tiere, wie Ratten es sind, mit einem entsprechend schnellen Stoffwechsel ist eine Magenverstimmung nicht so harmlos wie für uns Menschen.

Gemüse

Auberginen: unreif und roh ungenießbar bis giftig (Nachtschattengewächs), müssen gegart werden; da allerdings viele Garmethoden viel Salz und Öl erfordern, sind Auberginen nur bedingt geeignet.

Artischocken: enthalten den arzneimittelwirksamen Bitterstoff Cynarin, müssen gegart werden; da Artischocken üblicherweise in Salzwasser gekocht werden, sind sie nur bedingt geeignet.

Blumenkohl: kann wie alle Kohlsorten blähend wirken, einzelne Tiere wie auch Menschen können unterschiedlich empfindlich sein; wenn man nicht darauf verzichten möchte, in kleinsten Mengen gegart anbieten und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein künftig nicht mehr verfüttern.

Bohnen: enthalten hochgiftiges Phasin, dürfen daher keinesfalls roh angeboten werden; beim Garen zerfällt Phasin, die blähende Wirkung bleibt davon unbeeinträchtigt; wenn man nicht darauf verzichten möchte, in kleinsten Mengen gegart anbieten und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein künftig nicht mehr verfüttern.

Brokkoli: kann wie alle Kohlsorten blähend wirken, einzelne Tiere wie auch Menschen können unterschiedlich empfindlich sein; wenn man nicht darauf verzichten möchte, in kleinsten Mengen gegart anbieten und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein künftig nicht mehr verfüttern.

Champignons: relativ schwer verdaulich, können ähnlich Kohlsorten und Hülsenfrüchten blähend wirken; vom Verzehr roher Zuchtchampignons wird explizit abgeraden; wenn man nicht darauf verzichten möchte, in kleinsten Mengen gegart anbieten und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein künftig nicht mehr verfüttern.

Chicoree: wird i.d.R. gern genommen, trotz des leicht bitteren Geschmacks; gutes Wintergemüse.

Chinakohl: kann wie alle Kohlsorten blähend wirken, einzelne Tiere wie auch Menschen können unterschiedlich empfindlich sein; wenn man nicht darauf verzichten möchte, in kleinsten Mengen anbieten und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein künftig nicht mehr verfüttern.

Eichblattsalat: wird i.d.R. gern genommen; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, da Gartensalate tendenziell viel Nitrat enthalten.

Eisbergsalat: wird i.d.R. gern genommen; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, da Gartensalate tendenziell viel Nitrat enthalten.

Endivien: werden i.d.R. gern genommen, trotz des leicht bitteren Geschmacks; gutes Herbst-/Wintergemüse; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, da Gartensalate tendenziell viel Nitrat enthalten.

Erbsen: als Flocken oft in Futtermischungen enthalten, können wie alle Hülsenfrüchte leicht blähend wirken, daher sparsam zufüttern; harte Erbsenschalen können sich beim Verschlucken im Schlund oder im Darm festsetzen und zu Erstickungsanfällen und Darmverschlüssen führen, daher mit Vorsicht verfüttern, am besten nur gegart.

Feldsalat: wird i.d.R. gern genommen; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, da Gartensalate tendenziell viel Nitrat enthalten.

Fenchel: wird i.d.R. gern genommen; relativ magenschonend, eignet sich daher auch zum Anfüttern von Frischfutter bei Tieren, bei denen Herkunft und Vorgeschichte unklar sind.

Gurken: sehr wasserhaltig, werden i.d.R. gern genommen.

Karotten: roh oft nicht sehr beliebt, kurz angegart mit etwas Öl werden sie lieber genommen; relativ magenschonend, eignen sich daher auch zum Anfüttern von Frischfutter bei Tieren, bei denen Herkunft und Vorgeschichte unklar sind; bei einwandfreier (Bio-)Qualität kann auch das Kraut verfüttert werden.

Kartoffeln: unreif und roh ungenießbar bis giftig (Nachtschattengewächs), müssen gegart werden; werden i.d.R. gern genommen.

Kohlrabi: kann wie alle Kohlsorten blähend wirken, einzelne Tiere wie auch Menschen können unterschiedlich empfindlich sein; wenn man nicht darauf verzichten möchte, in kleinsten Mengen anbieten und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein künftig nicht mehr verfüttern; bei einwandfreier (Bio-) Qualität können, sofern sie vertragen werden, auch die jungen Blätter verfüttert werden.

Kopfsalat: gilt als mit Nitraten am meisten belastete Salatsorte, daher wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern.

Kürbis: Fruchtfleisch kann gegart, die Kerne getrocknet (als Leckerchen) verfüttert werden.

Lauch & Lauchgewächse: oft zu scharf für Ratten, enthalten das tränenreizende Allicin; nicht verfüttern (würden vermutlich auch nicht wirklich angenommen).

Lollo Bionda/Lollo Rosso: wird i.d.R. gern genommen; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, da Gartensalate tendenziell viel Nitrat enthalten.

Mangold: enthält roh viel Oxalsäure, muß blanchiert werden; nicht in großen Mengen anbieten.

Paprika: wird i.d.R. gern genommen, einige Ratten haben Vorlieben für bestimmte Farben; ohne Kerne verfüttern.

Pepperoni: zu scharf für Ratten, nicht verfüttern.

Pilze: Speisepilze gelten generell als schwer verdaulich; eher nicht verfüttern.

Radieschen: oft zu scharf für Ratten, enthalten Senfölglycoside; eher nicht verfüttern (würden vermutlich auch nicht wirklich angenommen).

Rettich: oft zu scharf für Ratten, enthält Senfölglycoside; eher nicht verfüttern (würde vermutlich auch nicht wirklich angenommen).

Rhabarber: enthält roh viel Oxalsäure, Stiele sollten geschält und gegart werden, Blätter sind ungenießbar; nicht in großen Mengen anbieten.

Romanesco: kann wie alle Kohlsorten blähend wirken, einzelne Tiere wie auch Menschen können unterschiedlich empfindlich sein; wenn man nicht darauf verzichten möchte, in kleinsten Mengen gegart anbieten und bei ersten Anzeichen von Unwohlsein künftig nicht mehr verfüttern.

Rosenkohl: kann wie alle Kohlsorten stark blähend wirken; sollte nicht verfüttert werden.

Rotkohl: kann wie alle Kohlsorten stark blähend wirken; sollte nicht verfüttert werden.

Rote Beete: verfärben den Kot dunkelrot; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, enthalten tendenziell viel Nitrat; die Blätter enthalten Oxalsäure und sollten nicht verfüttert werden.

Salat: wird i.d.R. gern genommen; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, da Gartensalate tendenziell viel Nitrat enthalten.

Spinat: enthält Oxalsäure, ggf. blanchieren; wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern, da Spinat tendenziell viel Nitrat enthält.

Sprossen: Soja- und Bambussprossen sind roh schlecht verdaulich, müssen blanchiert werden; Mungbohnensprossen sind bekömmlicher, idealerweise dennoch überbrühen.

Tomaten: unreif und roh ungenießbar bis giftig (Nachtschattengewächs); werden i.d.R. gern genommen, Dattel- und Cocktailtomaten enthalten weniger Fruchtsäure und sind meist beliebter.

Weißkohl: kann wie alle Kohlsorten stark blähend wirken; sollte nicht verfüttert werden.

Wirsing: kann wie alle Kohlsorten stark blähend wirken; sollte nicht verfüttert werden

Zucchini: oft nicht sehr beliebt, können verfüttert werden.

Zwiebel & Zwiebelgewächse: zu scharf für Ratten, enthalten das tränenreizende Allicin; nicht verfüttern (würden vermutlich auch nicht wirklich angenommen).

Obst

Ananas: enthält viel Fruchtsäure, nur sehr reif und sparsam anbieten.

Äpfel: oft nicht sehr beliebt, süße Sorten werden bevorzugt; Kerngehäuse entfernen, in Bioqualität gerne mit Schale verfüttern.

Aprikosen: Kerne entfernen, enthalten Blausäure; oft nicht sehr beliebt.

Bananen: werden i.d.R. gern genommen; guter Kalorienlieferant, daher nicht täglich anbieten, als Päppelnahrung für alte und rekonvaleszente Ratten gut geeignet.

Birnen: unreif und hart etwas schwer verdaulich, in Bioqualität gerne mit Schale verfüttern.

Blaubeeren: verfärben den Kot dunkelblau; relativ säurehaltig; bevorzugt keine wilden, gesammelten Beeren anbieten (Fuchsbandwurm).

Brombeeren: relativ säurehaltig und leicht verderblich; bevorzugt keine wilden, gesammelten Beeren anbieten (Fuchsbandwurm).

Cherimoyas: nur völlig reif anbieten; Kerne sind sehr alkaloidhaltig und dürfen keinesfalls verfüttert werden.

Datteln: sehr zuckerhaltig, wirken verdauungsfördernd, daher nur sparsam anbieten.

Erdbeeren: wenn möglich aus Bio-Anbau und nicht außerhalb der Saison verfüttern.

Feigen: sehr zuckerhaltig, wirken verdauungsfördernd, daher nur sparsam anbieten.

Granatäpfel: relativ säurehaltig, Kerne nur von völlig reifen Früchten anbieten.

Grapefruit: enthält sehr viel Fruchtsäure, zudem Bitterstoffe; nicht verfüttern (würden vermutlich auch nicht wirklich angenommen).

Himbeeren: relativ säurehaltig und leicht verderblich; bevorzugt keine wilden, gesammelten Beeren anbieten (Fuchsbandwurm).

Johannisbeeren: enthalten viel Fruchtsäure, i.d.R. nicht sehr beliebt.

Kakis: enthalten viel Gerbsäure, die sie beim nachträglichen Reifen während des Transports nicht verlieren; wenn man nicht darauf verzichten möchte, Kerne und Schale entfernen.

Kirschen: Kerne entfernen, enthalten Blausäure; Süßkirschen werden i.d.R. gern genommen.

Kiwis: grüne Kiwis sind relativ säurehaltig, nur völlig reif anbieten; gelbe Kiwis sind milder und i.d.R. beliebter.

Litschis: werden i.d.R. gern genommen; nicht lange lagern, rasch verfüttern.

Mandarinen: enthalten viel Fruchtsäure, wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam verfüttern.

Mangos: nur völlig reif anbieten, Kern und Schale entfernen.

Melonen: werden i.d.R. gern genommen, ohne Schale anbieten; Kerne können auch getrocknet (als Leckerchen) verfüttert werden.

Mirabellen: Kerne entfernen, enthalten Blausäure; nur völlig reif verfüttern.

Nektarinen: Kerne entfernen, enthalten Blausäure; nur völlig reif verfüttern, oft nicht sehr beliebt.

Orangen: enthalten viel Fruchtsäure, wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam verfüttern.

Pampelmusen: enthalten viel Fruchtsäure, wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam verfüttern.

Papayas: nur völlig reif anbieten, Kern und Schale entfernen; wirken verdauungsfördernd, daher nur sparsam anbieten.

Pirsiche: Kerne entfernen, enthalten Blausäure; nur völlig reif verfüttern, oft nicht sehr beliebt.

Pflaumen: Kerne entfernen, enthalten Blausäure; nur völlig reif verfüttern.

Physalis: unreif ungenießbar bis giftig (Nachtschattengewächs), Kraut, Stiel, Kelch und Samen entfernen.

Pomelos: enthalten viel Fruchtsäure, wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam verfüttern.

Stachelbeeren: enthalten viel Fruchtsäure, sind unreif ungenießbar, oft nicht sehr beliebt.

Weintrauben: werden i.d.R. gern genommen; Traubenschalen können sich beim Verschlucken im Schlund festsetzen und zu Erstickungsanfällen führen.

Zitronen: enthalten sehr viel Fruchtsäure; nicht verfüttern (würden vermutlich auch nicht wirklich angenommen).

Zwetschgen: Kerne entfernen, enthalten Blausäure; nur völlig reif verfüttern.

Nüsse, Saaten & Co.

Avocados: enthalten für Menschen unbedenkliches, für einige Tierarten aber gesundheitlich kritisches bis tödliches Persin (ursächlich auf den Verzehr von Avocado-Früchten zurückzuführende Todesfälle sind bei Ziervögeln nachgewiesen, bei diversen Säugetierarten wurden verschiedene Vergiftungserscheinungen im Zusammenhang mit Avodaco-Blättern, -Rinde und -Früchten dokumentiert; eine allgemeingültige letale Dosis für Persin ist nicht bekannt); sicherheitshalber nicht verfüttern.

Bucheckern: enthalten Saponine und Oxalsäure, nicht verfüttern.

Cashews: die Schale enthält ein ätzendes Gift, im Handel gibt es daher i.d.R. nur geschälte, bedampfte oder geröstete Cashews; sparsam verfüttern.

Eicheln: sehr gerbstoffhaltig, unbearbeitet ungenießbar bis giftig; nicht verfüttern.

Erdnüsse: i.d.R. sehr beliebt, wenn man sie mit Schale anbietet, müssen sich die Ratten ihr Leckerchen erarbeiten; in der Schale von Nüssen kann sich Schimmel bilden, daher auf gute Qualität achten.

Gerste: Bestandteil gängiger Rattenfuttermischungen, kann in Bioqualität auch von der Ähre zum Knabbern verfüttert werden.

Hafer: Bestandteil gängiger Rattenfuttermischungen, kann in Bioqualität auch von der Ähre zum Knabbern verfüttert werden.

Haselnüsse: i.d.R. sehr beliebt, wenn man sie mit Schale anbietet, müssen sich die Ratten ihr Leckerchen erarbeiten; in der Schale von Nüssen kann sich Schimmel bilden, daher auf gute Qualität achten.

Kastanien: Rosskastanien sind sehr gerbstoffhaltig und damit ungenießbar bis giftig, nicht verfüttern. Speisekastanien (Maronen) können sparsam verfüttert werden.

Kokosnüsse: i.d.R. sehr beliebt; zerteilt man die Schale, kann man sich die Ratten das Fruchtfleisch selbst erarbeiten lassen.

Kolbenhirse: bei Rattennachwuchs sehr beliebt, enthält viel Calcium.

Kürbiskerne: Bestandteil gängiger Rattenfuttermischungen und beliebte Leckerchen.

Macadamianüsse: sollen für einige Säugetierarten unverträglich bis giftig sein; nicht verfüttern.

Mais: getrocknet Bestandteil gängiger Futtermischungen, wird i.d.R. getrocknet und frisch gern genommen; lieber Zuckermais (aus dem Handel) als Futtermais (vom Feld) verfüttern, außer es ist klar, daß es sich um biologischen Anbau handelt; guter Kalorienlieferant, daher eher sparsam anbieten.

Mandeln: i.d.R. sehr beliebt, im Gegensatz zu Nüssen scheint die Schale von Mandeln sehr hart zu sein, so daß man sie ggf. etwas anknacken sollte; in der Schale kann sich Schimmel bilden, daher auf gute Qualität achten; es dürfen ausschließlich Süßmandeln verfüttert werden, keinesfalls Bittermandeln, da diese Blausäure enthalten.

Paranüsse: sehr fetthaltige Nusssorte, nur relativ kurz haltbar, daher vor dem Verfüttern die Qualität kontrollieren, nur sparsam verfüttern.

Reis: ungesalzen gekocht i.d.R. sehr beliebt; kann bei gierigem Verschlucken im Schlund verkleben, daher sparsam anbieten.

Sonnenblumenkerne: Bestandteil gängiger Rattenfuttermischungen und beliebte Leckerchen.

Walnüsse: i.d.R. sehr beliebt, wenn man sie mit Schale anbietet, müssen sich die Ratten ihr Leckerchen erarbeiten; in der Schale von Nüssen kann sich Schimmel bilden, daher auf gute Qualität achten; die grüne Schale der Nüsse ist sehr gerbstoffhaltig, nicht verfüttern.

Weizen: Bestandteil gängiger Rattenfuttermischungen, kann in Bioqualität auch von der Ähre zum Knabbern verfüttert werden.

Kräuter, Blätter & Zweige

Apfelbaumlaub & Zweige: beliebtes Nagematerial; beim Sammeln auf Umweltgifte achten.

Birnbaumlaub & Zweige: beliebtes Nagematerial; beim Sammeln auf Umweltgifte achten.

Buchenlaub & Zweige: enthalten Oxalsäure, nicht verfüttern.

Eibenzweige & Samen: giftig.

Eichenlaub & Zweige: gerbstoffhaltig und damit ungenießbar; nicht verfüttern.

Fichtenzweige & Fichtenzapfen: Nadelgehölze sind aufgrund der ätherischen Öle und der starken Harzbildung für Ratten ungeeignet.

Hasellaub & Zweige: beliebtes Nagematerial; beim Sammeln auf Umweltgifte achten.

Kastanienlaub und Zweige: sehr gerbstoffhaltig und damit ungenießbar bis giftig, nicht verfüttern.

Kamille: i.d.R. frisch und getrocknet sehr beliebt; Kamille wirkt unterstützend auf die Atemwegsfunktionen, kann gerade in der Erkältungszeit hin und wieder zum Knabbern angeboten werden; beim Sammeln wilder Kamille auf Umweltgifte achten.

Kiefernzweige & Kiefernzapfen: Nadelgehölze sind aufgrund der ätherischen Öle und der starken Harzbildung für Ratten ungeeignet.

Kirschbaumlaub & Zweige: verschiedenen Quellen zufolge sollen auch Rinde und Blätter von Steinobstbäumen Spuren von Blausäure enthalten; wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam anbieten, beim Sammeln auf Umweltgifte achten.

Löwenzahn: darf in Salatqualität verfüttert werden, beim Sammeln wilden Löwenzahns auf Umweltgifte achten.

Marillenlaub & Zweige: verschiedenen Quellen zufolge sollen auch Rinde und Blätter von Steinobstbäumen Spuren von Blausäure enthalten; wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam anbieten, beim Sammeln auf Umweltgifte achten.

Minze: milde Sorten sind i.d.R. frisch und getrocknet sehr beliebt; Minze wirkt unterstützend auf die Atemwegsfunktionen, kann gerade in der Erkältungszeit hin und wieder zum Knabbern angeboten werden.

Petersilie: wird i.d.R. gern genommen; aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle nicht in zu großen Mengen verfüttern.

Pflaumenbaumlaub & Zweige: verschiedenen Quellen zufolge sollen auch Rinde und Blätter von Steinobstbäumen Spuren von Blausäure enthalten; wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam anbieten, beim Sammeln auf Umweltgifte achten.

Salbei: wirkt unterstützend auf die Atemwege und Darmfunktion, aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle nur sparsam und nicht über einen längeren Zeitraum verfüttern.

Schafgarbe: wirkt krampflösend; beim Sammeln wilder Schafgarbe auf Umweltgifte und giftige Doppelgänger achten.

Schnittlauch: oft zu scharf für Ratten, enthält das tränenreizende Allicin; nicht verfüttern (würde vermutlich auch nicht wirklich angenommen).

Tannenzweige & Tannenzapfen: Nadelgehölze sind aufgrund der ätherischen Öle und der starken Harzbildung für Ratten ungeeignet.

Vogelmiere: i.d.R. sehr beliebt, wirkt schwach schmerzlindernd; enthält Saponine, nicht in zu großen Mengen verfüttern; beim Sammeln wilder Vogelmiere auf Umweltgifte und giftige Doppelgänger achten.

Walnussbaumlaub & Zweige: sehr gerbstoffhaltig, nicht verfüttern.

Zwetschgenlaub & Zweige: verschiedenen Quellen zufolge sollen auch Rinde und Blätter von Steinobstbäumen Spuren von Blausäure enthalten; wenn man nicht darauf verzichten möchte, sparsam anbieten, beim Sammeln auf Umweltgifte achten.

Weitere ausführliche Futterlisten für Ratten:
Coatis Futterliste
Rattenwelt-Frischfutterliste

Zusatzfutter & Leckerchen

Mythos Schokolade

Oft ist immer noch zu lesen, Schokolade wäre giftig für Ratten. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, obwohl er so pauschal formuliert nicht haltbar ist.

Schokolade ist kein geeignetes Futtermittel für Ratten, daran ändert auch die Tatsache nichts, daß es wissenschaftlich nicht haltbar ist, Schokolade bzw. Kakao generell als giftig oder gar tödlich für Ratten und andere Mäuseartige zu bezeichnen.
Der in diesem Zusammenhang relevante Inhaltsstoff von Kakao ist Theobromin, ein Alkaloid, das sowohl stimulierend auf Herz und Kreislauf wirkt als auch vasodilatatorisch und diuretisch. Insgesamt ist die Wirkung mit der des Coffeins vergleichbar, allerdings erheblich schwächer. Medizinische Studien belegen darüber hinaus für Theobromin eine positive Wirkung bei (Reiz-)Husten- und akuten Asthmaanfällen.
Diese Ergebnisse – Theobromin ist arzneimittelwirksam – sowie seine Klassifizierung als Gefahrenstoff sind Indizien dafür, daß Theobromin immer mit Vorsicht konsumiert werden sollte. Für einen Menschen ist es bei normalem Schokoladenkonsum praktisch ausgeschlossen, daß er eine arzneimittelwirksame oder gar kritische Menge Theobromin zu sich nimmt, zumal es relativ schnell verstoffwechselt wird.

Viele Tiere jedoch sind nicht in der Lage, Theobromin so schnell zu verstoffwechseln wie Menschen, so daß es sich bei wiederholter Gabe im Körper anreichern kann; dadurch besteht die Gefahr einer gesundheitlich relevanten Überdosierung, indem die gefäßerweiternde und herzanregende Wirkung kritisch verstärkt wird. Gängige Symptome einer Überdosierung wären Ataxie, Herzarrythmien (bis zum Tod durch Herzstillstand) und/oder Störungen der Atemfrequenz (bis zum Tod durch Atemstillstand).
Wie hoch das Risiko jeweils ist, hängt maßgeblich von der konsumierten Menge an Theobromin ab; da Theobromin ein Bestandteil von Kakao ist, ist das Risiko bei hochprozentiger Bitterschokolade höher als bei Milchschokolade mit geringem Kakaoanteil. Weiße Schokolade enthält keinen Kakao und ist daher in diesem Kontext unkritisch (wenn sie auch aus anderen Gründen natürlich kein regelmäßiger Bestandteil von Tiernahrung sein sollte).

Im Gegensatz zu vielen anderen Tierarten können Mäuseartige, also auch Ratten, Theobromin annähernd gleich wie der Mensch verstoffwechseln. Die LD50-Dosis bei oraler Applikation von Theobromin liegt daher mit über 1.200 mg/kg KGW bei Ratten auch deutlich höher als z.B. bei Hunden (250-500 mg/kg KGW).
Mit akuten, lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen ist also nicht zu rechnen, wenn eine Ratte versehentlich etwas Schokolade erbeutet. Als Leckerli oder gar fester Bestandteil der Rattenernährung ist Schokolade natürlich dennoch nicht geeignet.

© Chipi

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