Kaninchen Verpaarung

12. Februar 2010

Risiken bei der Verpaarung von Kaninchen

„Ich will dass mein Kaninchen Babys bekommt“ Viel zu oft mussten wir uns diesen Satz so oder so ähnlich in letzter Zeit durchlesen. Nur selten wird dabei an das Wohl der Tiere, an Dinge die beachtet werden müssen oder an die Folgen gedacht, denn viele sehen leider nur die „ach so süßen Kaninchenbabys“ oder glauben immer noch das Amenmärchen, dass Kaninchenweibchen unbedingt einmal geworfen haben sollten in ihrem Leben. Jedoch ist vom Vermehren dringend abzuraten und das nicht ohne Grund.

Erbkrankheiten und Folgen falscher Verpaarungen

Häufig unterschätzt, aber mit schweren Folgen. Besonders bei Kaninchen mit unbekannten Vorfahren (und da reicht nicht „Ich hab’s vom Nachbarn, da gab es Babys, die Eltern kenne ich“, sondern es geht um mehrere Generationen) weiß man nie was sie für Erbkrankheiten in sich tragen und dann an den Nachwuchs weitergeben können. Um das Ganze zu verdeutlichen hier mal ein paar Beispiele was dabei passieren kann:

Zahnfehlstellungen

Es gibt schlimme und weniger schlimme Zahnfehlstellungen (wobei Beides nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist und es in jedem Fall die Nahrungsaufnahme behindert und so auch Auswirkungen auf die Gesundheit des Tieres hat). Auswirkungen von Zahnfehlstellungen können zB Spitzen an den Backenzähnen sein, die dem Kaninchen Schmerzen zuführen, Zähne die einfach abbrechen, Zähne die durch den Oberkiefer wachsen, etc. Das ist nicht nur für das Tier sehr unangenehme, sondern bedeutet auch für den Halter haufenweise Tierarztbesuche um die Zähne in Ordnung bringen zu lassen (Und das wird auch teuer. Wenn man mal annimmt dass man zB. alle 2 Wochen zur Schneidezahnkürzung für etwa 5-10 Euro hin muss läppert sich das ganz schnell) oder wenn es ganz schlimm ist die Einschläferung des Kaninchens.

Kümmerlinge

Die häufigste Erbkrankheit. In diesem Fall überleben die Babys nicht mal den 3. Lebenstag.

Spreizer

Das sind Kaninchen die einen Fehler im Hüftgelenk haben und so die Hinterbeine abspreizen. Diese Tiere können nicht hoppeln, sondern nur kriechen und das wird sich auch nie ändern.

Missbildungen

Es kann auch schnell vorkommen, dass die Babys missgebildet sind. Verkrüppelte, falsch angewachsene oder gar nicht vorhandene Gliedmaßen, zu kleiner Kopf (der dann zur Fehlstellung der Zähne, Kieferbrüche, Durchbrüche der Zähne, etc. führt), unterentwickelte Körperteile oder Organe… Das waren nur ein paar Beispiele was alles passieren könnte. Bei den Verpaarungen ist auf viel zu achten und die Folgen können sehr schwerwiegend sein.

Gefahren für das Weibchen

Zum Beispiel kann es eine schmerzhafte Gesäugeentzündung bekommen, die in jedem Fall behandelt werden muss. Die Entzündung kann Fieber hervorrufen. Außerdem können Eitererreger in das Gesäuge und von dort aus in die Blutbahn kommen und zu einer Blutvergiftung führen. Ebenso können die Babys im Geburtskanal stecken bleiben (zB weil sie zu groß sind oder das Weibchen zu jung oder alt ist), dann ersticken nicht nur die Kleinen, sondern auch für die Mutter ist das lebensgefährlich. Besonders junge und unerfahrene Weibchen wissen oft nicht recht was zu tun ist und kümmern sich nicht um den Wurf oder geben nicht genügend Milch.

Ein weiteres wichtiges Argument ist, dass es so schon genug Kaninchenleid gibt und man nicht noch weiter produzieren muss! Die Tierheime und Notstationen sind voll mit Kaninchen und überall kommen immer mehr dazu. JEDES Kaninchenbaby nimmt einem dieser Tierheimkaninchen einen Platz weg und trägt zur Überfüllung der Tierheime bei.

Wer sein Tier liebt vermehrt es nicht!

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