Kaninchen Ernährung

12. Februar 2010

Wie sieht gesunde Ernährung bei Kaninchen aus?

Kaninchen sind Veganer, denen in freier Natur eine vielzahl an Pflanzen zur Verfügung stehen. Daran angelehnt besteht die natürlichste Ernährung aus Gräsern, Kräutern und Blüten. Allein damit seine Tiere richtig und ausgewogen zu ernähren hat schon seine Schwierigkeiten und nicht nur deshalb freuen sie sich auch über frisches Gemüse. Man sollte abwechslungsreich füttern, jedoch auch darauf achten, dass für die Tiere unbekanntes Futter erst langsam angefüttert wird, sonst kann der Verdauungstrakt schnell überfordert werden.

Was darf ich füttern?

Die wichtigste Nahrung für Kaninchen ist Heu. Es ist das Grundnahrungsmittel und sollte jederzeit zur Verfügung stehen. Besonders bei „Heu-Muffeln“ lohnt es sich, auch verschiedene Sorten auszuprobieren, bis eins gefunden ist das den Kaninchen schmeckt.

Kräuter, ob getrocknet oder frisch, gehören auch auf den Kaninchenspeiseplan. Zu Petersilie, Basilikum, Löwenzahn, Pfefferminze, Dill und Co sagt kaum ein Kaninchen nein, und getrocknet unter das Heu gemischt, wird das auch oft noch begeisterter gefressen.

Frische Zweige sind nicht nur eine gute Beschäftigung, sondern helfen auch dem Zahnabrieb und frische Blätter an den Zweigen sind meist schnell aufgefuttert. Hier sollte man aber aufpassen, woher man seine Zweige und Äste holt, sie dürfen nicht gespritzt sein. Auch sind nicht alle Zweige zum Verfüttern geeignet, bzw. manche nur in geringen Mengen. Unbedenklich geben kann man unter anderem Apfelbaum, Haselnuss, Birnbaum, Johannisbeerbusch.

Die tägliche Portion Gemüse wird meist schon sehnsüchtig erwartet. Es empfiehlt sich, 2mal täglich kleine Portionen zu füttern, anstatt eine große. Die Menge ist von Tier zu Tier unterschiedlich, als Faustregel sagt man etwa 100g Frischfutter pro Kilogramm Körpergewicht, allerdings kann das doch recht schwanken. Nicht gefressenes Futter sollte man entfernen, da es schnell schlecht wird. Gerne genommen wird Gemüse wie Karotten, Broccoli, Topinambur, Pastinaken, Fenchel, Sellerie, Kohlrabi (nicht zu viel geben), Steckrübe, Erbsengrün, Kürbis (nicht zu viel geben) Petersilienwurzeln, Endivien, Paprika, Champignons (selten geben), Gurke, Chinakohl, Maiskolben (selten geben), etc. Unbekanntes langsam anfüttern und aufpassen, dass man die Kaninchen nicht damit überfüttert!

Natürlich freuen sich auch Kaninchen über Leckerlies, aber auch die sollten gesund sein. Dafür eignet sich Obst (wie Banane, Apfel, Kiwi, Ananas, Erdbeere, Melone, Mandarine, Weintraube, Kirsche -ohne Kern!-, bitte alles nur in geringen Mengen geben!), getrocknetes Gemüse und frische Kräuter. Auch z. B. Wiesengraspellets können in kleinen Mengen als Leckerlie gegeben werden, aber bei Pellets muss man sehr auf die Zusammensetzung achten.

Selbstverständlich sollte jedem Kaninchen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung stehen. Oft holen sich die Tiere die meiste Flüssigkeit schon aus dem Frischfutter, jedoch ist das kein Grund ihnen eine Schale mit Wasser zu verwehren, das sollte immer verfügbar sein.

Was darf ich nicht füttern?

Trockenfutter, Knabberstangen, Drops und Co braucht kein Kaninchen! Nicht nur, dass es nicht benötigt wird, meist schadet es sogar. Getreide, Melasse, Honig und sonstige Inhaltsstoffe darin haben in einem Kaninchen nichts zu suchen. Übergewicht, Verdauungsstörungen, Durchfall, Zahnprobleme durch eine verminderte Heuaufnahme können Folgen davon sein.

Auch das leider noch oft gefütterte Brot hat die gleichen Wirkungen, auch es enthält Getreide und Co, außerdem noch Gewürze und unter Umständen sogar für das menschliche Auge unsichtbare Schimmelsporen.

„Nahrungsergänzungen“ wie Mineralsteine, Salzlecksteine, Vitaminzusätze sind auch nur rausgeschmissenes Geld und im schlimmsten Fall schädlich für die Kaninchen. Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung sind solche Dinge nicht nötig.

Die einzige Ausnahme wären im Winter Riesenkaninchen in Außenhaltung. Da ist es teilweise nötig, Trockenfutter zuzufüttern, aber auch dort sollte man auf möglichst gesundes, getreidefreies TroFu achten. Nicht alle Kaninchen in Außenhaltung brauchen Trockenfutter! Es geht hier wirklich nur um die Riesen.

Bitte keine Experimente an den Tieren! Ist man sich mit etwas unsicher, ob es gefüttert werden darf, dann sollte man sich vorher informieren!

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