Hunde Ernährung

12. Februar 2010

Hundeernährung

Was ist drin im Futter?

Tierische Nebenerzeugnisse

Sind Schlachtabfälle und andere Abfälle tierischen Ursprungs. Allerdings dürfen auch im Tierfutter laut EU-Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 nur Schlachtabfälle der Kategorie 3 verwendet werden. Das sind nicht für den menschlichen Verzehr geeignete Teile oder Tierprodukte (wie minderwertiges Fleisch und Fisch, kaputte Eier, Molkereiprodukte und Innereien, aber auch Haut, Knochen, Blut) von gesunden, im Schlachthof geschlachteten Tieren. Diese Produkte dürfen nicht von kranken, verendeten oder eingeschläferten Tieren stammen, und auch Klärschlamm oder Urin sind keine Nebenerzeugnisse die ins Futter dürfen. Auf jeden Fall also nicht gleichzusetzen mit Fleisch. Man kann als Verbraucher auch nicht wissen welche Nebenprodukte genau verarbeitet wurden. Hochwertigere Hundefuttermarken verzichten auf den Zusatz von tierischen Nebenerzeugnissen.

Fleisch

Fleisch im Hundefutter ist schon mal gut. Nur, wie viel Fleisch ist wirklich drin? Wenn da steht „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ kann man sich sicher sein das aus Kostengründen der größte Teil in Wirklichkeit tierische Nebenerzeugnisse sind. Die Liste mit den Inhaltsstoffen ist nach Gewicht geordnet. Trotzdem muss der erste Inhaltsstoff nicht der Hauptbestandteil sein: frisches Fleisch oder tierische Nebenprodukte wiegen nun mal mehr als die aus Transportkostengründen meistens getrocknet an die Fabrik gelieferten pflanzlichen Inhaltsstoffe. Wenn sich dann diese pflanzlichen Stoffe während dem weiteren Verarbeitungsprozess mit Wasser vollsaugen (Nassfutter), bzw. das Fleisch ebenfalls „getrocknet“ wird (Trockenfutter), können am Ende mehr pflanzliche als tierische Bestandteile enthalten sein. Wenn aber zum Beispiel als erster Inhaltsstoff „Geflügelfleischmehl“ aufgeführt wird, bedeutet das das wirklich Geflügelfleisch der Hauptbestandteil ist, da das Fleischmehl etwa so viel wiegt wie getrocknete pflanzliche Inhaltsstoffe.

Ein gutes Hundefutter sollte auflisten von welchen Tieren das Fleisch wirklich stammt. Und zwar bei der Auflistung der Inhaltsstoffe, das vorne auf der Packung zum Beispiel „mit Huhn“ steht bedeutet nicht das wirklich Hauptbestandteil Huhn ist. Und „Huhn“ anstatt „Hühnerfleisch“ kann Nebenprodukte vom Huhn bedeuten. Es gibt zwar kein „gutes“ oder „schlechtes“ Fleisch, aber es gibt Hunde die eine bestimmte Fleischsorte nicht vertragen (oft ist Schwein Auslöser von Futtermittelallergien, aber auch andere Fleischsorten können Schuld sein). Bei Fertigfutter besteht allerdings keine Gefahr der Übertragung der Aujeszkyschen Krankheit (wegen der man auf keinen Fall rohes Schweinefleisch füttern sollte). Vorsicht auch mit Prozentangaben. „10% Rind“ bedeutet nicht das im Futter 10% Rindfleisch drin sind, sondern das von allen enthaltenen, in diesem Fall Nebenprodukten (sonst hieße es „Rindfleisch“), 10% vom Rind stammen.

Pflanzliche Nebenerzeugnisse

Noch mehr Abfälle. Nicht unbedingt direkt gesundheitsschädlich, aber in jeden Fall minderwertig: Bäckereierzeugnisse, Erdnussschalen, minderwertiges Getreide… Unbehandelt kann so etwas kein Hund verdauen, durch den Verarbeitungsprozess erhöht sich die Verdaulichkeit.

Andere pflanzliche Inhaltsstoffe

Da gibt es so einiges: Mais, Maismehl, Sojamehl, Reis, Weizen, Kartoffeln, Hirse… Das Problem dabei ist das viele dieser Bestandteile Futtermittelallergien auslösen können (was natürlich genauso für pflanzliche Nebenerzeugnisse gilt). Natürlich ist nicht jeder Hund Allergiker, und diese Inhaltsstoffe sind auch sinnvoll (ein Futter was 100% aus tierischen Inhaltsstoffen bestehen würde hätte einen viel zu hohen Proteingehalt). Allerdings sollten pflanzliche Produkte nicht Hauptbestandteil des Futters sein, was leider bei minderwertigen Futtermarken oft der Fall ist. Hier gilt wie beim Fleisch: bei guten Hunderfuttermarken ist aufgeschlüsselt um welche Produkte es sich genau handelt, und es steht nicht einfach „Getreide“ oder noch schlimmer „pflanzliche (Neben)Produkte“ auf der Packung.

Gemüse

Dient hauptsächlich als Ballaststoff, da Hunde die enthaltene Zellulose nicht verwerten können. Die Vitamine werden beim Herstellungsprozess des Futters sowieso zum größten Teil zerstört, deshalb ist ein Futter mit Gemüse deshalb nicht unbedingt besser. Die nötigen Ballaststoffe sind auch schon in den anderen pflanzlichen Inhaltsstoffen enthalten, zu viel führt zu Verdauungsproblemen.

Hydrolysiertes Protein/Eiweiß

Ist Eiweiß (das hat nichts mit Eiklar zu tun) tierischer oder pflanzlicher Herkunft, das durch den Herstellungsprozess praktisch „zertrümmert“ wird. Es ist deswegen gut verträglich für Tiere mit Futtermittelallergien da ihr Körper auf bestimmte Proteine reagiert, die im hydrolysierten Eiweiß nicht mehr zu erkennen sind, und es ist leicht verdaulich da es praktisch vorverdaut ist. Ins Futter kommt es, außer bei speziellem Futter für Hunde mit Allergien, meistens eher um den Proteingehalt zu erhöhen und um den Geschmack zu verbessern.

Eiweissextrakte

Werden wie hydrolysiertes Eiweiss verwendet um den Proteingehalt zu erhöhen. Mit dem Unterschied das die Vorteile wie leichte Verdaulichkeit und Verträglichkeit für Futtermittelallergiker hier nicht zutreffen, Eiweissextrakte (meist pflanzlicher Herkunft) sind vor allem billig und demnach meistens in minderwertigem Futter zu finden.

Gluten (oder auch „Maiskleber“)

Ein aus Getreide gewonnenes Produkt (das auch in Getreide- und Getreideprodukten wie Brot natürlicherweise enthalten ist) das oft in Trockenfutter als „Kleber“ eingesetzt wird (manchmal auch in Nassfutter als Bindemittel), mit Gluten als Zusatz lässt sich das Futter besser zu Bröckchen verarbeiten. Es wird auch verwendet um den Proteingehalt zu erhöhen (Gluten besteht zu 80% aus Protein). Gluten ist an sich nicht schädlich, aber manchmal gibt es Unverträglichkeiten.

Öle und Fette

Wenn das so auf der Packung steht, bedeutet das in aller Regel das sehr minderwertige Fettquellen zum Einsatz kamen. Mindestens sollte angegeben werden ob es sich um tierische oder pflanzliche Fette handelt (ein gutes Futter sollte beides enthalten). Auch hier gilt: je besser aufgeschlüsselt wird welche Fette genau verwendet wurden, umso vertrauenswürdiger ist das Futter. Gut sind unter anderem: Geflügelfett, Lammfett, Leinöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Fischöl (letzteres wird oft auf Trockenfutter aufgesprüht um die Akzeptanz zu verbessern), Olivenöl, etc. Minderwertige Marken enthalten oft (zu) große Mengen an Fetten, da diese als Geschmacksträger dienen: dem Hund schmeckt es besser, gesund ist es nicht.

Zucker oder Karamell

Gehört nicht ins Hundefutter. Zucker wird als minderwertiger Inhaltsstoff zugesetzt um das Futter schmackhafter zu machen. Gute Hersteller verzichten auf solche gesundheitsschädlichen Zusätze.

Vitamine und Mineralstoffe

Müssen künstlich zugefügt werden, weil beim Herstellungsprozess viele zerstört werden, oder in den Inhaltsstoffen gar nicht erst in den ausreichenden Mengen enthalten sind.

Weitere Zusatzstoffe

Farbstoffe (damit das Futter für den Besitzer schöner aussieht, dem Hund ist die Farbe egal), Aromastoffe (bei hochwertigen Zutaten unnötig, in minderwertigem Futter die Regel) und Konservierungsstoffe und Antioxidantien. Darunter gibt es leider auch Stoffe wie Ethoxyquin, BHA und BHT (alles Antioxidantien) die in Verdacht stehen gesundheitsschädlich zu sein. Das ist bis jetzt weder eindeutig bewiesen noch widerlegt. Allerdings sind nicht alle Zusatzstoffe deklarationspflichtig, oder es kommt darauf an in welchen Produktionsschritt sie dem Futter zugefügt wurden (wenn sie schon in den Rohstoffen waren, muss es nicht deklariert werden). Wenn auf der Packung nichts davon steht bedeutet das also nicht, das das Futter keine enthält. Außerdem werden sie im allgemeinen nicht namentlich, sondern als „EWG-Zusatzstoffe“ deklariert.

Die Nährstoffanalyse

Hier handelt es sich nicht um Zutaten, sondern um die Ergebnisse einer Laboruntersuchung des Futters auf einzelne Bestandteile (Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser…). Die Nährstoffanalyse besteht aus Minimal- und Maximalwerten. Besonders bei „Open formula“- Futter, also Futter das ohne festes Rezept hergestellt wird, sondern mit sich je nach Einkaufspreis verändernden Rohstoffen, liegen die echten Werte oft deutlich unter/über den Angaben auf der Packung. Die Nährstoffanalyse sagt absolut nichts über die Qualität der Zutaten aus! Die Inhaltsstoffe werden in Prozent angegeben.

Fertigfutter:

Hier ist es sehr wichtig, auf Qualität zu achten, da es enorme Qualitätsunterschiede gibt. Es gibt einige Merkmale an denen man ein gutes/schlechtes Futter erkennen kann:

  • An erster Stelle der Inhaltsstoffe sollte „(Tierart)Fleisch“ stehen, oder auch „(Tierart)Fleischmehl“. Auch wenn das leider nicht automatisch bedeutet das Fleisch der Hauptbestandteil ist. Am ehesten kann man davon ausgehen wenn die erste Zutat Fleischmehl ist.
  • Es sollten keine Nebenprodukte enthalten, auch „Fleisch und tierische Nebenprodukte“ bedeutet das der Hauptbestandteil meist sehr minderwertige Schlachtabfälle sind, der Fleischanteil ist in dem Fall sehr gering.
  • Die einzelnen Zutaten sind möglichst genau aufgeschlüsselt: von welcher Tierart stammt das Fleisch, welche pflanzlichen Produkte wurden genau verwendet, welche Fette… Allgemein gehaltene Formulierungen wie „Öle und Fette“, „Getreide“, „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ findet man vor allem bei minderwertigen Futtermarken, die mit einer sogenannten „open formula“ arbeiten. Das bedeutet, das Futter hat nicht immer die gleichen Zutaten, sondern der Hersteller kauft was gerade billig erhältlich ist. Bei guten Futter bestehen alle Chargen aus den gleichen Zutaten, und somit ist die Nährwertanalyse auch garantiert.
  • Zucker oder Karamell gehört auf keinen Fall ins Hundefutter.
  • Eiweissextrakte und Gluten (auch Maiskleber genannt) sollten, wenn überhaupt, nur an den letzten Stellen der Zutatenliste stehen.
  • Farbstoffe und Aromastoffe müssen nicht sein, und auch viele Antioxidantien sind nicht unumstritten. Gegebenfalls auf den Kürzel „EWG-Zusatzstoffe“ achten, damit sind genau diese gemeint.
  • Die Fütterungsmengenangaben: gutes Futter ist wesentlich „konzentrierter“ als minderwertiges, da auf billige unverdauliche Füllzutaten wie zu große Mengen Zellulose (zb. auch in Form von Gemüse, von dem nach dem Herstellungsprozess praktisch nur noch Zellulose übrig bleibt) weitgehend verzichtet wird. Der Hund muss wesentlich weniger davon fressen um satt zu werden und alle nötigen Nährstoffe aufzunehmen.
  • Kotmenge und -Beschaffenheit nach der Fütterung: Blähungen und große Mengen weicher, stinkender Kot deutet auf schlechte Verdaulichkeit des Futters hin.

Allgemein gibt es drei Möglichkeiten beim Fertigfutter: Trockenfutter, Nassfutter (also Dosenfutter) und Halbtrockenfutter.

Trockenfutter

enthält etwa 10% Wasser. Damit ist es gut haltbar oft auch ohne Zusatz von Konservierungsstoffen. Aber trotzdem Vorsicht, gerade bei falscher Lagerung können sich Schimmelpilze einnisten. Früher wurde es außerdem empfohlen um durch das zerkauen der Kroketten Zahnstein vorzubeugen. Ob es wirklich dafür geeignet ist, ist mittlerweile umstritten. Im Vergleich zu Nassfutter ist es preisgünstiger, und durch den geringen Wassergehalt sind die zu verfütternden Mengen wesentlich geringer. Wichtig ist das dem Hund immer ausreichend Wasser zu Verfügung steht. Oft ist aus Verarbeitungsgründen der Anteil an Kohlenhydraten (pflanzliche Nebenprodukte, Getreide…) zu hoch, das gerade von nordischen Hunderassen nicht gut vertragen wird und allgemein nicht der natürlichen Ernährung eines Caniden entspricht.

Nassfutter

(Dosenfutter) enthält etwa 70% Wasser. Da es in Dosen verkauft wird, wo es sich auch gut hält, verzichten viele Hersteller auf den Einsatz von Konservierungsstoffen. Eine offene Dose oder eine nicht aufgefressene Portion im Napf verdirbt allerdings recht schnell. Dosen sind allerdings schwer und keine umweltfreundliche Verpackung, und die 70% Wasser im Futter bezahlt man mit, es ist also relativ teuer. Oft ist der Fleischanteil höher als im Trockenfutter. Die Akzeptanz ist auch meistens besser, das muss nicht unbedingt ein Vorteil sein, wird zu viel angeboten fressen viele Hunde auch zu viel und werden dick, die Gefahr ist bei Trockenfutter geringer. Leider enthält gerade minderwertiges Futter oft zu viele Proteine und Fette um das Futter schmackhafter zu machen, was zu Übergewicht und anderen Gesundheitsproblemen führt.

Halbfeuchtfutter

wird in Portionsbeuteln verkauft, außerdem gibt es Kroketten die weicher sind als normales Trockenfutter (etwa die bekannten ringförmigen vom Hersteller mit F, das wäre Halbtrockenfutter), das hier gesagte gilt für beide gleichermaßen. Es enthält noch viel Wasser (etwa 30%), ist aber nicht in einer Dose vor Keimen geschützt. Damit das Futter nicht verdirbt (Keime wachsen dort am besten wo Wasser vorhanden ist), müssen große Mengen Konservierungsstoffe zugefügt werden, die Allergien auslösen können und eventuell noch andere gesundheitsschädigende Wirkungen haben. Dazu kommen Feuchthaltemittel. Es gibt momentan kein Halbtrockenfutter von guter Qualität zu kaufen. Alle erhältlichen Marken verwenden minderwertige Zutaten (Nebenprodukte) und unnötige, gesundheitsschädliche Zusätze wie Zucker.

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